Wieder vergiftete Vögel: Spürhunde im Einsatz

Erneut wurden tote Greifvögel, darunter Seeadler, Rotmilane und Mäusebussarde in Großinzersdorf bei Zistersdorf entdeckt.
Erneuter Mord an geschützten Greifvögeln in Niederösterreich: Mehr als 15 Tiere – darunter ein Seeadler, drei Rotmilane und sechs Mäusebussarde sowie mehrere Füchse und Marder – wurden Mitte Februar entdeckt.

"Nachdem zunächst nur einzelne tote Vögel gefunden wurden, wurde erst durch die intensive Nachsuche von Mitgliedern der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich und einer speziell ausgebildeten Spürhundestaffel das gesamte Ausmaß aufgedeckt", berichtete die Organisation Mittwochfrüh.

Die Giftspürhunde erschnüffelten schließlich einen weiteren toten Rotmilan, sieben Mäusebussarde, einen Kolkraben sowie eine Vielzahl an toten Säugetieren. Auch zwei ausgelegte Giftköder wurden entdeckt.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Konsequenzen gefordert

Die NÖ Umweltanwaltschaft und BirdLife fordern jetzt endlich Konsequenzen. "Trotz Anzeigen, Polizeiermittlungen und Aufklärungsarbeit geht das Morden streng geschützter Tiere in Großinzersdorf munter weiter!", so Matthias Schmidt von der Vogelschutzorganisation.

Täter wurde bis jetzt keiner überführt. Thomas Hansmann, Leiter der NÖ Umweltanwaltschaft, fordert deshalb eine externe Jagdaufsicht, Mensch und Tier seien in Gefahr.

Der nö. Landesjagdverband reagierte auf die erneuten Giftopfer prompt: "Ein Gifteinsatz gegen Wildtiere ist ein offener Rechtsbruch", so Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des NÖLJV. "Daher unterstützt die NÖ Jägerschaft bei Giftverdachtsmeldungen die Polizei bei den Ermittlungen, sei es durch die rasche Anzeige, bei der Beweissicherung oder mit Expertise zu Wildtieren."

Auch der WWF meldete sich bereits zu Wort. "Dort darf nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden und es braucht stärkere Kontrollen, um weitere Fälle von Giftködern gegen Beutegreifer zu verhindern und diese auch schneller zu finden. Der Schutz der Wildtiere muss gewährleistet werden", so Christina Wolf-Petre.



Wie bereits mehrmals berichtet, begann die Serie an Wildtier-Vergiftungen im Großraum Zistersdorf bereits im Jahr 2016, das verbotene Pestizid Carbofuran konnte damals nachgewiesen werden. Die beiden damaligen Jagdaufseher mussten eine Geldstrafe wegen Verletzung der Jagdaufsicht zahlen. (nit)

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