Wiederkehr: "Bin ein 100-prozentiges Migrantenkind!"

"Heute" plauderte mit dem designierten Wiener Vize-Bürgermeister und Wiener Neos-Chef Christoph Wiederkehr (30) in seinem Büro in der Landesgerichtsstraße. Bald werden er und der Neos-Landesklub ins Rathaus umziehen.
"Heute" plauderte mit dem designierten Wiener Vize-Bürgermeister und Wiener Neos-Chef Christoph Wiederkehr (30) in seinem Büro in der Landesgerichtsstraße. Bald werden er und der Neos-Landesklub ins Rathaus umziehen.Helmut Graf
Kommenden Dienstag wird Christoph Wiederkehr (30) zum Vizebürgermeister gekürt. Wer er ist und was er vorhat erklärt er im "Heute"-Gespräch.

Das sagt der designierte Vize-Bürgermeister der ersten rot-pinken Wiener Stadtregierung und Stadtrat für Bildung, Jugend, Integration und Transparenz über:

Christoph Wiederkehr: "Ich bin gewissenhaft, leidenschaftlich und idealistisch, wohne in der Nähe des Yppenmarkts in Hernals und bin glücklich mit einer klugen und schönen Südsteirerin liiert. Mein Vater kam als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Ungarn. In Salzburg lernte er meine französische Mutter kennen. Ich bin also ein 100-prozentiges Migrantenkind, kann aber leider nur ein bisschen Französisch. Zu Hause wurde Deutsch gesprochen. Meine Großeltern habe ich nicht kennengelernt, sie sind leider kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs verstorben.“

Den Job als Vize-Bürgermeister: "Ich habe große Vorfreude, aber auch große Demut vor dem Amt und Respekt vor der Aufgabe. Ich fühle mich nicht zu jung dafür, werde das gewissenhaft angehen und bin schon dabei, mich vorzubereiten. Ich habe mir vorsorglich auch ein paar neue Hemden gekauft, weil ich künftig weniger Zeit haben werde, sie zu waschen und zu bügeln. Wenn die Lokale wieder geöffnet sind, werde ich mit meinen Freunden darauf anstoßen – das vermisse ich."

Den Job als Bildungsstadtrat: "Mein Wunschressort und eine tolle Aufgabe. Ich habe ein Bildungsversprechen gegeben, dass Aufstieg durch Bildung möglich ist – und das werde ich halten. So bekommt jede Pflichtschule eine administrative Unterstützungskraft, die Schulsozialarbeiter werden aufgestockt, das Betreuungsverhältnis in den Kindergärten wird verbessert. Und es kommen zehn neue Ganztagsschulen pro Jahr."

Zukunftsziel Kanzlerschaft? "Nein. Ich liebe die Lokalpolitik, die viel unmittelbarer und näher an den Leuten ist. Bundespolitik kann ich mir nicht vorstellen."

Bürgermeister Michael Ludwig: "Er ist gebildet, bodenständig und willensstark. Die Zusammenarbeit ist getragen von gegenseitiger Wertschätzung und läuft bisher sehr gut. Diese Ebene hat sich bereits im Wahlkampf eröffnet."

Wieviel pink steckt in Rot-Pink? "Viel! Es gibt 120 Millionen Euro mehr im Bereich der Bildung, Stadtseilbahn und S-Bahn-Ring werden geprüft. Auch vier neue Märkte und die Idee, Bächen an die Oberfläche zu legen sind pinke Leuchttürme. Weiters wird es einen Informationsfreiheits-Beauftragten geben. Er wird der Bevölkerung Infos zu Politik und öffentlichen Verwaltung bereitstellen."

Schulschließungen: "Der Lockdown ist ein Resultat des Versagens des Bundes. Ich werde alles mir mögliche dafür tun, dass es kein drittes Mal dazu kommt."

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