Wiederkehr würde Aus für Lobautunnel begrüßen

Der Lobautunnel sorgt weiter für politische Diskussionen: Die SPÖ macht Druck auf Umsetzung, Wiens Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) hingegen sieht den Tunnel nicht als die "sinnvollste Variante" an.
Der Lobautunnel sorgt weiter für politische Diskussionen: Die SPÖ macht Druck auf Umsetzung, Wiens Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) hingegen sieht den Tunnel nicht als die "sinnvollste Variante" an.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Als "nicht sinnvollste Variante" sieht Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) den Lobautunnel an. Die Entscheidung liegt aber nicht in Wien.

Seit rund einem dreiviertel Jahr regiert die rot-pinke Koalition in Wien. Wie Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) nun im Interview mit der APA betonte, sei die Zusammenarbeit von einem "konstruktiven Austausch auf Augenhöhe" geprägt. Statt Streit gehe es um gemeinsame Lösungen.

Das man dabei aber längst nicht immer der gleichen Meinung ist, zeigt sich beim geplanten Lobautunnel. Während die SPÖ längst Druck auf Umsetzung macht und nach der Entscheidung von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), das Projekt evaluieren zu wollen – wir haben berichtet – sogar mit Klage droht, steht Wiederkehr dem möglichen Aus für die Nordostumfahrung entspannter gegenüber. 

"Tunnel ökonomisch und ökologisch nicht sinnvollste Variante"

Im Gespräch mit der APA ließ Wiederkehr durchblicken, dass er ein Aus für das Projekt sogar begrüßen würde. "Wir haben als Neos immer eine klare Position vertreten, nämlich dass wir vor allem den Tunnel ökonomisch und ökologisch nicht für die sinnvollste Variante halten", so Wiederkehr. Da die Entscheidung über den Bau des Lobautunnels aber keine Wiener Entscheidung mehr sei, habe man es auch in den Koalitionsverhandlungen ausgelassen.

Allerdings forderte Wiederkehr rasche Rechtssicherheit: Die Evaluierung dürfe "nicht zu einer Verzögerungstaktik der Ministerin werden, das Projekt ewig offen zu halten", so der Vizebürgermeister. 

Grüne: Neos sollen SPÖ überzeugen

Bei den Wiener Grünen sorgt der Neos-Standpunkt für Freude. "Dass Vizebürgermeister Wiederkehr den Lobautunnel für nicht sinnvoll erachtet ist ein erstes gutes Zeichen. Der Lobautunnel ist allerdings darüber hinaus noch massiv klimaschädlich, umweltzerstörerisch und zusätzlich ökonomisch unvernünftig", betont der Grüne (nicht-antsführende) Klimastadtrat Peter Kraus.

Er fordert die Neos auf, ihr Nein zum Lobautunnel ernst zu nehmen und auch den roten Koalitionspartner zu überzeugen. "Wiederkehr kann die Entscheidung zum Lobautunnel und der Autobahn nicht so einfach an den Bund abschieben. Wien kann sich sehr wohl auf die Seite des Klimas, der zukünftigen Generationen und der Lebensqualität stellen. Dafür müssten SPÖ und Neos nur einhellig sagen, dass sie den Lobautunnel und die Autobahn nicht wollen und einen Plan für Wien entwickeln, der Wohnbau, Stadtentwicklung und Öffiausbau unabhängig von fossilen Autobahnprojekten sicherstellt", so Kraus.

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