Der 4. September ist dabei nicht zufällig gewählt. An diesem Tag wurde der ehemalige Wiener Bürgermeister Karl Seitz geboren. Dieser erregte in den Jahren 1923 bis 1934 weltweite Aufmerksamkeit durch ein international vielbeachtetes Wohnbau-Programm: Die Gemeindebauten.
Ein System, das sich bewährt hat. Jeder vierte Wiener lebt in einer der insgesamt 220.000 Gemeindewohnungen. Das Ziel ist damals wie heute dasselbe geblieben: Leistbares und lebenswertes Wohnen als Grundrecht. Am Wohnungsmarkt hält nun seit 100 Jahren die Stadt Wien ihre schützende Hand über den Menschen und verpflichtet sich ganz den Interessen und Bedürfnissen der Bürger, erklärt Michael Ludwig (SPÖ).
Wien wächst immer weiter. Damit die lebenswerteste Stadt der Welt auch diese bleibt, wurden nun die konkreten Standorte für 4.353 neue Gemeindewohnungen präsentiert. Das Ziel, bis Ende 2020 4.000 neue Gemeindewohnungen auf den Weg zu bringen, wurde bereits erreicht.
Manche der Wohnungen, die sich über 13 Bezirke verteilen, sind sogar schon bewohnt. Der Barbara-Prammer-Hof im 10. Bezirk ist einer davon. Damit ist man am besten Weg für die 2022 anstehende Internationale Bauausstellung in Wien, die solche leistbaren, sozialen und nachhaltigen Wohnbauprojekte weiter in den Vordergrund rücken wird.
"Die Wiener Wohnbau-Politik hat eine preisdämpfende Wirkung auf den gesamten Wohnungsmarkt, ist die größte Förderung der Mittelschicht in der Stadt und ein Sicherheitsnetz nach unten und ein Sprungbrett nach oben. Entscheidend ist aus meiner Sicht aber vor allem, dass das Wiener Modell keine Selbstverständlichkeit ist, sondern das Ergebnis konkreter politischer Entscheidungen, die laufend getroffen werden müssen", so Bürgermeister Ludwig und Wohnbaustadträtin Gaal.
So wurde am Freitag zu einer Pressekonferenz im Karl-Seit-Park in Wien Floridsdorf geladen und der "Tag des Wiener Wohnbaus" ausgerufen. Der österreichische Künstler Christian Ludwig Attersee stellte zu dieser Gelegenheit 150 Kunstdrucke seines Werkes "Geschmiedete Quelle" zur Verfügung, die er allen Wienern widmet und per Hand signierte. Diese werden nun auf wienwohntbesser.at verlost.
"Wohnen ist viel mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Wohnen ist ein Gefühl von Zuhause, das der Mensch braucht wie Nahrung oder Liebe. Das hat die Stadt Wien schon sehr früh verstanden. Deshalb hat sie keine Wohnghettos errichtet, wie wir sie aus anderen Metropolen kennen, sondern lebendige Dörfer in der Stadt. Mit Grünraum, mit Infrastruktur, mit Kunst. Ich habe immer die Meinung vertreten, dass Kunst nicht nur in den Galerien hängen soll, sondern den Alltag der Menschen verschönern muss", erzählt Christian Ludwig Attersee.
Schutz vor Spekulation: Flächen innerhalb eines Gebietes, die in Wohngebiet umgewandelt werden, sind seit 2019 zu zwei Dritteln für den sozialen Wohnbau reserviert.
Öffentliche Investitionen: Allein in Wien werden aktuell 24.000 Wohnungen, gefördert mit 900 Millionen Euro, gebaut. Weitere 61.500 Wohnungen werden mit 1,2 Milliarden Euro saniert.
Innovation und Qualität: Das 4-Säulen-Modell (Architektur, Ökologie, Ökonomie und Soziale Nachhaltigkeit) sowie Bauträgerverträge und der Grundstücksbeirat sollen die Qualität sicherstellen.
Vorausschauende Planung: Der wohnfonds_wien hält zurzeit über drei Millionen Quadratmeter Grund, die für den geförderten Wohnbau reserviert sind.
Sicherheit durch Stabilität: Die Wohnbaupolitik der Stadt Wien hat sich seither kaum geändert und soll auch in Zukunft dieselben Werte vermitteln. Man sieht sich auf der Seite der Mieter, auch für die Mittelschicht steht die Tür zum sozialen Wohnbau offen, um eine soziale Durchmischung zu fördern.
Noch bis zum 9. September kann man sich als Interessierter bei rund 50 Veranstaltungen tiefergehende Einblicke in das Thema Wohnen aneignen, etwa bei Führungen, Vorträgen, Tagen der offenen Tür oder individuellen Beratungsangeboten. Eine Übersicht findet sich ebenfalls auf wienwohntbesser.at.