Wien gendert Puff-Gesetz – im Bordell ändert das alles

Neues Gesetz für Laufhaus-Manager Peter Laskaris und Funpalast-Chef Christoph Lielacher
Neues Gesetz für Laufhaus-Manager Peter Laskaris und Funpalast-Chef Christoph LielacherzVg
Eine Million Frauen in Wien sehen jetzt rot. Eine sprachliche Änderung des Prostitutionsgesetzes verschafft ihnen legal Zutritt in Bordelle.

Es kommt nicht zwingend auf die Größe an, zeigt nun der adaptierte Gesetzestext des Bundeslands Wien bei der Prostitution. Ein winziges Detail stellt jetzt das Wiener Nachtleben auf den Kopf, erfuhr "Heute". In einer neuen Fassung vom 5.2.2022 wird im Wiener Prostitutionsgesetz von 2011 nun erstmals gegendert, deckt Laufhausmanager Peter Laskaris auf.

Der Gesetzgeber spricht dort jetzt von "Freierin und Freier".

"Es heißt nun 'Freierin und Freier'"

Gegenüber "Heute" sagt Peter Laskaris: "Durch meine jahrzehntelange Tätigkeit im Rotlicht kenne ich den Inhalt des Gesetzes auch noch im größten Rausch aus dem Effeff." Vor einigen Tagen musste er jedoch eine Detailfrage nachschlagen und stieß auf eine weitreichende Änderung. Laskaris: "Aus der seit 2004 vorgeschriebenen 'sprachlichen Gleichbehandlung' wurde in der aktuellen Version aus 2022 'die Freierin und der Freier'. Das wurde sehr still, aber doch eingeführt und ist im RIS nachschlagbar."

"Massiver Gender-Wahn"

Laskaris amüsiert "dieser massive Genderwahn, mit dem wir uns konfrontiert sehen". Schließlich ändere sich dadurch in den Rotlicht-Betrieben der Stadt "von Grund auf alles". Bordellier Laskaris erzählt aus dem Nachtleben: "Bis dato war es 'normalen' Frauen nämlich per Gesetz samt saftiger Strafe verboten und oft auch aus betrieblichen Gründen untersagt, ein Freudenhaus zu betreten."

Das Gesetz spricht nun von "Freierin und Freier"
Das Gesetz spricht nun von "Freierin und Freier"Screenshot RIS

Zutritt hatten bis dato nur sogenannte 'Kontrollprostituierte' mit der 'Grünen Karte' der Stadt Wien. "Nur sie durften legal den weltweit wohl letzten existenten gesetzlich verbotenen geheimen Ort der Lust und des Lasters betreten", so Laskaris.

"Jede Gästin könnte Geheimprostituierte sein"

Das hatte laut dem Expertin für käufliche Liebe auch Sinn: "Jede Gästin – ich gendere jetzt mal korrekt – könnte ja nicht nur eine Gästin, sondern auch eine Geheimprostituierte ohne entsprechende gesundheitliche Nachweise sein. So steigert sich – wie schon beim Grünen Corona-Pass – der Aufwand für die Polizei ins Unermessliche."

Peter Laskaris: "Keine Frau der Welt muss nur für Sex bezahlen."

Wenngleich Laskaris seit vielen Jahren auch Frauen den Zutritt nicht verweigerte, verwehren sich viele Etablissements dagegen: "Sie haben einfach keine Lust auf hinterherspionierende, rachsüchtige Ehegatinnen. Auch das ist nachvollziehbar", so Laskaris. Und aus der Praxis gesprochen: "Es lag im Ermessen des Beamten, zu urteilen, ob die Kleidung der Damen von Welt sie als Prostitutierte offenbarte. Ein Mini Rock im Sommer genügte oft schon, um sie als Prostitutierte zu sehen und zu bestrafen."

Eine Million potenziell neue Kunden?

Juristisch am interessantesten für Laskaris: "Banales Gendern bedeutet – ohne auch nur einen Punkt im Gesetz zu ändern – neue rechtliche Rahmenbedingungen für alle Frauen. Dass demnächst eine Million Wienerinnen die Erwachsenenbetriebe stürmen werden, glaubt er nicht: "Aus Erfahrung glaube ich das nicht. Nur für Sex muss keine Frau weltweit bezahlen. Für den solventen Gentleman gibt's hingegen kaum was Günstigeres als bezahlten Geschlechtsverkehr."

Mit Frauenmangel der anderen Art hatte Laskaris erst kürzlich zu kämpfen: In den Lockdowns wurden zahlreiche Prostituierte schwanger. Die Story kannst du HIER nachlesen >>

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