Das Jahrhundert-Hochwasser, dass sich seit dem Wochenende von Westen durch den nördlichen Teil Österreichs wälzt, macht sich am Dienstag auch in Wien bemerkbar. Der sonst gemächlich dahinplätschernde Wien-Fluß stieg merklich an und auch an der Neuen Donau kam es zu ersten, kleineren Überschwemmungen.
, dass sich seit dem Wochenende von Westen durch den nördlichen Teil Österreichs wälzt, macht sich am Dienstag auch in Wien bemerkbar. Der sonst gemächlich dahinplätschernde Wien-Fluß stieg merklich an und auch an der Neuen Donau kam es zu ersten, kleineren Überschwemmungen.
Die Feuerwehr in Wien ist seit Dienstagfrüh in Alarmbereitschaft. Zwar halten sich die Einsätze noch in Grenzen. Die Lage sei dennoch "beobachtungswürdig", sagte Berufsfeuerwehrsprecher Christian Feiler. "Wir werden der Dinge harren, die noch passieren." Pro Stunde steigt der Pegelstand der Donau um einen Zentimeter. Zu einer Flutwelle soll es nicht kommen, da der Pegel kontinuierlich ansteigt.
Der für Wien relevante Donau-Pegel Korneuburg liegt derzeit bei 7,71 Meter. Der Höchststand ist aber laut Prognosen noch nicht erreicht. Die MA 45 rechnet daher damit, dass die Werte der Flut von 2002 in den nächsten 24 bis 48 Stunden überschritten werden.
Zwei Straßensperren
Im Bereich des Alberner Hafen werde es vermutlich zu Überschwemmungen kommen, da dort das Entlastungsgerinne mit der Donau zusammenfließe. Die Alberner Hafenzufahrtsstraße zwischen der Margetinstraße und der Zinnergasse wurde für den Verkehr gesperrt.
In Folge des Hochwasser kam es zu einer weiteren, noch erheblicheren Sperre. Dienstagfrüh war die Abfahrt der Ostautobahn (A4) Richtung Zentrum nicht passierbar. Die Unterführung unter der Stadionbrücke war überschwemmt, da der Donaukanal über die Ufer getreten war.
Stau-Chaos im Frühverkehr
Die Abfahrt Richtung Zentrum (Schüttelstraße) ist vorläufig nur über das Kreuzungsplateau Stadionbrücke möglich. Schnell bildete sich ein acht Kilometer langer Stau. Der Zeitverlust betrug bis zu einer Dreiviertelstunde. Es wird empfohlen, über die Stadionbrücke auszuweichen.
Während der Sperre wird versucht, das Wasser mit Pumpen von der Fahrbahn zu entfernen. Asfinag und Feuerwehr arbeiten mit Hochdruck daran, die Unterführung so rasch als möglich wieder frei zu geben.
Hochwasserschutz sollte ausreichen
Für den Hochwasserschutz wurde in den 70er- und 80er-Jahren in Wien das sogenannte Entlastungsgerinne - die Neue Donau - errichtet. Der Aushub wurde aufgeschüttet und zur "Donauinsel" umfunktioniert. Die Kapazitäten des Hochwasserschutzes dürften auch dieses Mal ausreichen und die erwarteten Wassermengen aufnehmen, meinte Feuerwehr-Sprecher Feiler.
Häfen sind gerüstet
Die hochwasserbedingten Schäden werden sich in Wien allerdings in Grenzen halten. In einer Aussendung versicherte der Hafen Wien, zu dem die Häfen Freudenau, Albern und Lobau gehören, dass man für die zu erwartenden Wassermassen ausreichend gerüstet sei. Seit Sonntagfrüh sei man in Alarmbereitschaft und alle nötigen Vorkehrungen wurden bereits getroffen.