Wien ist zum dritten Mal transparenteste Gemeinde

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, Bürgermeister Michael Ludwig, Eva Geiblinger (Vorstandsvorsitzende Transparency International Austria) und ihr Stellvertreter Alexander Picker. 
Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, Bürgermeister Michael Ludwig, Eva Geiblinger (Vorstandsvorsitzende Transparency International Austria) und ihr Stellvertreter Alexander Picker. Sabine Hertel
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International untersuchte den Onlineauftritt von 82 Gemeinden. Wien holte sich abermals den 1. Platz.

Zum dritten Mal widmete sich die Organisation Transparency International (TI) heuer dem Thema Transparenz in Städten und Gemeinden. Alle zwei Jahre werden Informationen untersucht, die auf den Webseiten veröffentlicht werden. 82 Gemeinden wurden diesmal unter die Lupe geholt – Wien holte sich den Hattrick.

87,45 Prozent für die österreichische Hauptstadt

Mit einem Erfüllungsgrad von 87,45 Prozent ist die Hauptstadt der klare Sieger des Rankings, gefolgt von "Newcomer" Wels mit 78,61 Prozent sowie Linz und Graz, die sich den 3. Platz mit 77,90 und 77,32 Prozent teilen. Wie es sich am "Stockerl" gehört, wurden die Gewinner mit "Trophäen" in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Ausgewertet wird anhand von insgesamt 50 Transparenzkriterien in 10 Kategorien auf Basis internationaler "best practices". Daraus werden Informationen definiert, die für Bürger relevant sind und daher von Städten und Gemeinden proaktiv zur Verfügung gestellt werden sollten. Themengebiete umfassen etwa Budget, Finanzen, Rechnungswesen, öffentliche Beschaffung, öffentliche Verwaltung, Subventionen und Fördermittel oder die Personalauswahl.

Top 5 Gemeinden hängen den Rest ab

Während Wien zum dritten Mal den ersten Platz abstaubt, ist auch bei den restlichen Gemeinden eine Steigerung zu erkennen. Zwei Drittel der Gemeinden konnte in diesem Jahr ein besseres Ergebnis als zuvor erzielen, ein Drittel hatte ein gleiches oder ähnliches Ergebnis wie im Vorjahr. Deutlich zu sehen ist eine Diskrepanz zwischen den Top 5 (Wien, Wels, Linz, Graz, Villach) und dem restlichen Feld. Im Bundesländervergleich schnitten Wien, Burgenland und Kärnten am besten ab. Auch kleinere Gemeinden und "Neueinsteiger" konnten gute Ergebnisse erzielen. Das zeige, dass das Thema angekommen sei, so Eva Geiblinger, Vorstandsvorsitzende von Transparency International Austria. "Transparenz ist das einzige Gegenmittel bei Korruption. Gemeinden sollen durch den Index motiviert werden, ihren Bürgern wichtige Informationen zur Verfügung zu stellen und potentielle Einfallstore für Korruption zu schließen." 

Ludwig: "Wollen uns auf Lorbeeren nicht ausruhen"

Der Preis sei eine "logische Fortsetzung einer erfolgreichen Tätigkeit", freute sich Bürgermeister Michael Ludwig, betonte aber: "Wir wollen uns nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen." Der Preis sei also nicht nur eine Bestätigung, sondern auch ein Ansporn. Man informiere die Bevölkerung proaktiv, die Informationen seien auf der Website leicht auffindbar, erklärte Ludwig. Als Erfolgsprojekte nannte er unter anderem die "Stadt Wien App", die in Echtzeit informiert sowie die Vergabeplattform der Stadt. Auch beim nächsten Mal wolle man um den 1. Platz rittern – Anregungen für Verbesserungen nehme man deshalb sehr ernst, so der Bürgermeister. 

Für Vizebürgermeister und Transparenzstadtrat Christoph Wiederkehr ist die Auszeichnung ebenfalls kein Grund, sich zurückzulehnen. "Wir wollen beim Thema Transparenz ambitioniert weitermachen", stellt er klar. Ein großer Brocken sei das Informationsfreiheitsgesetz, für das man sich einsetze. "Hier ist der Bund noch säumig", kritisiert Wiederkehr. 

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