Wien schlägt Alarm! Zwischen Pandemie und Personalnot

Ein leeres Bett in einem Pflegeheim – kein Einzelfall!
Ein leeres Bett in einem Pflegeheim – kein Einzelfall!istock/ Symbolbild
Trotz anhaltender Kritik der Pflegekräfte und Gewerkschaften in Wien, offenbart sich kein Plan für die Zukunft oder eine Strategie zur Überbrückung. 

Das Pflegepersonal fühlt sich im Stich gelassen, immer wieder wird akut um Hilfe gebeten, trotzdem findet sich keine Lösung. Wo bleibt die Unterstützung aus der Regierung? Nun stehen rund 80 Betten in Pflegewohnheimen frei, weil Mitarbeiter fehlen, wie die "Krone" berichtet. Das sind Plätze, die äußerst dringend benötigen werden.

Enorme Kosten, lange Wartezeiten

Eine Sprecherin des Fonds Soziales Wien (FSW) erklärt: „Personen, die dringend einen Pflegeplatz benötigen und keine Präferenzen für eine bestimmte Region oder Bezirk haben, warten bis zu 14 Tage.“ Das bedeutet für Familie und Freunde: Entweder einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen oder noch länger auf einen Platz warten. Dies ist aber riskant, abhängig von der Pflegestufe und der finanziellen Mittel. In vielen Fällen wartet man auch Monate, bis ein Bett verfügbar ist. In der Zwischenzeit muss der Angehörige aber gepflegt und medizinisch betreut werden. Das ist mit enormen Kosten und großen Sorgen verbunden.

Erwachsenenschutzrecht, Wartezeit und Bürokratie

2018 wurde das Erwachsenenschutzrecht als neue Vertretungsform in Österreich eingeführt. Sachwalterschaft und Vertretungsbefugnisse wurden somit neu geregelt. Die Errichtungsstellen der Erwachsenenschutzvereine waren allerdings von ihren Kapazitäten so überfordert, dass bereits 2019 viele Wiener einen Antrag beim Notar oder Rechtsanwalt stellen mussten, weil sich sonst eine Wartezeit von mindestens einem Monat ergeben konnte.

Zum Vergleich: Beantragt man die Erwachsenenvertretung für einen Angehörigen bei dem zuständigen Erwachsenenschutzverein, ergibt sich eine Wartezeit von paar Tagen und man bezahlt rund 85 Euro, beim Notar oder Rechtsanwalt ergibt sich eine Summe von mehr als 400 Euro.

Pandemie und Personal

Caritas Geschäftsführer Klaus Schwertner macht darauf aufmerksam, dass zwar so viele wie noch nie in Bereich Pflege arbeiten, aber auch er Bedarf steigt ständig. „Seit Jahren erzählen sie uns von Konzepten für den Langzeitpflegebereich, es passiert aber nichts.“, kritisiert Michaela Guglberger von der Gewerkschaft vida. Betriebsrat Wolfgang Polzinger erklärt: „Viele Häuser hätten gerne mehr Personal, doch es ist so gut wie keines zu bekommen.“ Vor allem im Bereich Pflegefachassistenz und bei diplomierten Kräften gibt es einen extremen Personalmangel.

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