Vor gut einem halben Jahr hatte Rudolf eine Therapie in NÖ abgebrochen, und „flüchtete“ nach Wien. Doch der laute Großstadtdschungel war nichts für den in Wien geborenen, aber im Waldviertel aufgewachsenen Naturburschen.
Also ging er vor gut vier Monaten zurück ins Waldviertel und schlug im Taffatal, mitten im Wald, sein Zelt auf und lebte von der Hand in den Mund. „Die Horner und vor allem Hornerinnen sind sehr entgegenkommend“, erzählt der sehr gepflegte 39-Jährige dem „Bezirksblatt“.
Und bei einem Streifzug durch Horn entdeckte der gelernte Maler und Maurer jetzt eine billige, kleine Wohnung. Das 25-Quadratmeter-Aparment ist spartanisch eingerichtet: ein Bett, ein Tisch, zwei Sessel. „Mein Kopfpolster ist mein Rucksack, Bettdecke brauche ich keine.“ Denn es sei in der Wohnung ohnedies viel zu heiß, deshalb zieht es Rudolf immer wieder hinaus auf die Straße und in den Wald.
Rund 1.000 Euro erhält jetzt Rudolf wieder an behördlichen Bezügen, davon gehen 380 Euro für die Wohnung drauf. „Mit der ersten Überweisung bin ich einmal Essen gegangen. Naja, wennst vier Monate gar nix hast“, so Rudolf, der morgen seinen 40. Geburtstag feiert, erklärend und fast entschuldigend.