Dass sein Stiefsohn einfach im Bett liegen blieb und sich in der Arbeit krankmelden wollte, machte einen Wiener (40) krank vor Wut. In der Männer-WG in Wien-Döbling hatte der 40-Jährige den 17-Jährigen am 6. Oktober um 8 Uhr mit den Worten "ich zahle die Miete hier und du gehst gefälligst arbeiten" geweckt. Als der Teenager aber nicht auf ihn hören wollte und stattdessen schon seinen Chef anrief, schnappte sich der Rumäne ein 22 Zentimeter langes Fleischmesser aus der Küche und stürmte damit wutentbrannt zurück ins Zimmer.
"Ich bringe dich um! Ich schlitze dich auf", soll er gerufen haben. Dann würgte der Hilfsarbeiter den Bursch und rammte ihm das Messer in Richtung Bauch – das berichten zwei Mitbewohner und das verletzte Opfer übereinstimmend. Der 17-Jährige konnte den Angriff gerade noch abwehren und erlitt dabei tiefe Schnittwunden an beiden Händen. Sein T-Shirt wurde durch die Klinge an der Vorderseite ebenfalls aufgeschlitzt.
Nachdem der junge Mann dank seines Bruders und eines weiteren Mitbewohners aus der Wohnung flüchten konnte, wuchtete der Stiefvater das Messer mehrmals in einen Kasten – die Klinge blieb zuerst stecken, dann brach sie entzwei. Die Polizei konnten den 40-Jährigen vor Ort widerstandslos festnehmen – Mordverdacht, U-Haft!
Die Wiener Polizei ist Ansprechpartner für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder selbst Opfer von Gewalt sind. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar. Die Kriminalprävention des Landeskriminalamt Wiens bietet darüber hinaus persönliche Beratungen unter der Hotline 0800 216346 an.
Weitere Ansprechpartner:
Frauenhelpline: 0800 222 555
Wiener Interventionsstelle/Gewaltschutzzentrum: 0800 700 217
Opfer-Notruf: 0800 112 112
Notruf des Vereins der Wiener Frauenhäuser: 05 77 22
Der Verdächtige gab an, sein Stiefsohn habe sich selbst verletzt, als er absichtlich ins Messer griff. "Ich wollte mich nur verteidigen", behauptete er. Die Wiener Anwältin Veronika Ujvarosi übernahm die Verteidigung. Es gilt die Unschuldsvermutung.