Wiener Bäcker zu Corona: Filialen zu, Kunden weg

Video: Heute.at/C. Pilz
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Brot gibt es genug, Nachfrage nicht. Das Coronavirus und seine Folgen machen den Bäckereien schwer zu schaffen.
Trotz Ausgangsbeschränkungen: Bäckereien haben derzeit genau wie Supermärkte geöffnet, schließlich zählt das täglich Brot zur Grundversorgung. Die Corona-Krise trifft die Bäcker dennoch hart.

Einerseits brechen Lieferungen an die Gastronomie weg, denn Lokale müssen geschlossen bleiben. Andererseits bleibt auch die Laufkundschaft aus. Brot und Weckerl gäbe es genug, die Abnehmer fehlen. Betroffen sind kleinere Betriebe, die ohne finanzielle Rücklagen teils vor dem Aus stehen, aber auch größeren Ketten bröseln die Umsätze davon.

"Wir haben im Filialbereich Umsatzeinbußen von minus 70 Prozent", sagt Andrea Unger-Posch, Marketing-Chefin bei Ströck. Von insgesamt 74 Filialen in Wien wurden 22 temporär wegen Mangels an Kundschaft geschlossen. Betroffen sind vor allem Standorte, an denen das Filialnetz dicht ist: "Wo zwei Bäckereien knapp nebeneinander sind, etwa in U-Bahn-Stationen, wird eine vorübergehend zugesperrt", heißt es.

Keine Pendler und Studenten

Seit Beginn der Corona-Krise sei vor allem die Nachfrage nach Imbissartikeln wie belegten Broten komplett eingebrochen. Berufstätige und Studierende, die morgens ihre Jause kaufen, bleiben aus. Gefragt sei nach wie vor Brot zum Einlagern und Einfrieren, was die Umsatzeinbußen aber nicht wettmache.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch.Weiterer Effekt der Präventionsmaßnahmen: Gastro-Bereiche, in denen Kunden sitzen und Kaffee trinken können, müssen geschlossen bleiben. "Sitzen und genießen, dieses Wienerische, das fällt alles weg", so Unger-Posch. Man könne nur abwarten, wie lange die Beschränkungen noch andauern, und den Schutz von Mitarbeitern und Kunden verstärken. "Wo es möglich ist werden Trennschutzwände zwischen Kundschaft und Verkauf montiert, es gibt Schulungen zum Händewaschen und der Desinfektion von Kassen und Scannern. Ältere und schwangere Kolleginnen werden aus dem direkten Kundenkontakt genommen."







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