Wiener Cafés werden zum Lernraum für 90 Schüler täglich

Die Pandemie stellt viele Schüler vor große Herausforderungen. Drei Wiener Cafés bieten daher ihre Räume zum Lernen an.

Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) präsentierte heute, Mittwoch, mit Kaffeehaus-Besitzerin Irmgard Querfeld und dem Obmann der Wiener Kaffeesieder, Wolfgang Binder, das Konzept der "fliegenden Lerncafés".

Ab sofort können Schüler über die Buchungs-Plattform "Book Your Room" einen Zeitslot von 14 bis 16 Uhr oder von 17 bis 19 Uhr reservieren. Zur Auswahl stehen derzeit drei Kaffeehäuser: Das "Café Museum" in der Operngasse (City) mit 15 Tischen pro Slot, das "Café Frauenhuber" in der Himmelpfortgasse (City) mit 18 Tischen pro Slot sowie das Lokal "The Legends Vienna" in der Landstraßer Hauptstraße (Landstraße) mit etwa 12 Tischen pro Slot. Ab 15 Jahren können die Schüler das "Lerncafé" allein besuchen, darunter nur in Begleitung eines Erwachsenen. Pädagogische Betreuung ist nicht vorgesehen. Die Schüler können eine Jause mitnehmen und vor Ort konsumieren, da die Kaffeehäuser noch bis 6. Jänner keine Speisen und Getränke anbieten dürfen.

Angebot für alle, die es im Home Schooling nicht mehr aushalten

Vorgesehen ist das Pilotprojekt für Kinder und Jugendliche, die zu Hause unter schwierigen Rahmenbedingungen lernen müssen, etwa, weil kein W-LAN vorhanden oder zu wenig Platz ist: "Für uns ist es enorm wichtig, im Kampf gegen die Pandemie neue Wege zu beschreiten und die Bildung unserer Kinder weiterhin sicherzustellen! Dieses Projekt zeigt, dass es in der zivilen Gesellschaft viele gute Ideen gibt, die auch in den schweren Zeiten der Pandemie positive Impulse sein können, um ein gewisses Level an Angeboten, wie etwa hier im Bildungsbereich, sicherzustellen", so Wiederkehr.

Auch für die hygienischen Maßnahmen ist gesorgt: "Wir können die erforderlichen Rahmenbedingungen bereitstellen und wollen das auch. Die notwendigen Abstände werden ebenso eingehalten wie die hygienischen und technischen Maßnahmen", erklärt Kaffeesieder-Obmann Wolfgang Binder. 

Verlängerung bis 2021 möglich

Auch Irmgard Querfeld (Café Landtmann) ist von dem Pilotprojekt überzeugt: "Ursprünglich wollten wir ein ganzes Klassenzimmer aufnehmen, aber das war zu kompliziert. Wir sind froh, dass dieses Projekt in dieser Form zustande gekommen ist. Denn diese besondere Zeit fordert Solidarität von uns."

Das Pilotprojekt ist vorerst bis zum 23. Dezember begrenzt, könnte aber bis ins kommende Jahr verlängert werden, wenn das Angebot gut angenommen wird. Der Bildungsstadtrat und die Kaffeehaus-Besitzer hoffen auf viele Nachahmer – Angebote anderer Cafetiers gibt es bereits.

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