Wer ist die Nummer eins in Wien: Violett oder Grün-Weiß? Diese Frage wird im ewig jungen Klassiker am Sonntag (17 Uhr) beantwortet. Dabei geht es jedoch um mehr als um Ruhm, Ehre und drei Punkte. Es geht um Millionen.
Denn wichtiger als die Frage nach der Nummer eins in Wien ist die Frage: Wer ist die Nummer drei in Österreich? Aktuell halten die Hütteldorfer den dritten Tabellenplatz hinter Meister Red Bull Salzburg und dem bereits feststehenden Vizemeister Sturm Graz. Rapid liegt bei noch drei ausständigen Runden zwei Zähler vor den "Veilchen". Die Austria könnte sich also mit einem vollen Erfolg auf Rang drei schieben.
Doch warum ist der dritte Tabellenplatz derart wichtig? Das haben die Bundesligisten Red Bull Salzburg zu verdanken. Durch den Cup-Triumph der Bullen gegen die SV Ried bringt Platz drei in der Bundesliga-Tabelle die fixe Teilnahme in einer europäischen Gruppenphase. Der Bundesliga-Drittplatzierte steht im Play-off zur Europa League. Bei einem Ausscheiden ist der Startplatz in der Gruppenphase der Conference League garantiert.
Und damit ein Millionen-Regen. In der Europa League betrug das Startgelt in der aktuellen Saison 3,6 Millionen Euro, hinzu kämen Prämien für Siege und Unentschieden. In der Conference League wurden immerhin noch 2,9 Millionen Euro ausbezahlt. Ähnlich hoch werden die Startgelder auch in der nächstjährigen Europacup-Auflage sein. Mit Antrittsgeldern für das Play-off dürfte die garantierte Summe also jenseits der drei Millionen Euro liegen.
Austria und Rapid bräuchten also einen Sieg. Doch einen "Dreier" gab es in einem Wiener Derby schon lange nicht mehr. Die letzten sechs Duelle endeten mit einem Unentschieden – viermal 1:1, ein 0:0, ein 2:2.
Den letzten Sieger in einem Wiener Derby gab es am 1. September 2019, als Rapid am Verteilerkreis mit 3:1 triumphierte. Der letzte Austria-Sieg datiert vom 16. Dezember 2018, war das bereits jetzt legendäre 6:1.