Wiener fühlt sich gepflanzt, begrünt nun Straße selbst

Einem Anrainer ist es in Wien-Wieden zu wenig grün. Er startete eine Protestaktion, besorgte Pflanzen um tausend Euro und stellte diese vor die Tür. 

Erlaubt ist die Aktion nicht, heißt es dazu aus dem Magistrat. Aber genau darum geht es dem engagierten Anrainer Allessandro D. (55) aus Wien-Wieden. Ihm ist es in der Stadt zu wenig grün. "In der Favoritenstraße war eine Baustelle. Wie ist es möglich, dass danach, wenn wieder zu asphaltiert ist, keine Pflanzen aufgestellt werden?", fragt er sich.

1.000 Euro investiert

Nun zieren 25 Tröge mit kleinen Ficus- und Lorbeerbäumen den Abschnitt der Favoritenstraße vor der Pizzeria Riva in Wien-Wieden. Die Grünfläche ist aber kein Gewächs des Magistrats. Anrainer Alessandro D. (55) stellte die Pflanzen selbst auf, pflanzt damit die Stadt. "Ich wollte für mehr grün statt grau im Bezirk sorgen", erzählt er "Heute". "Das Ganze ist eine Protestaktion, ich habe keine Genehmigung, um die Bäumchen aufzustellen." Weil ihm der Bezirk zu langsam ist, nahm er die Sache nun selbst in die Hand. "Ich habe Pflanzen um insgesamt tausend Euro besorgt", erzählt er. Zwei Wochen soll die grüne Aktion im roten Bezirk andauern.

Bezirksvorsteherin bemüht sich

Bezirksvorsteherin Lea Halbwidl (SP) ist mit Alessandro D. in Kontakt. "Ich begrüße jede zusätzliche Begrünung, diese muss aber einen Sinn haben", so Halbwidl zu  "Heute". Die Durchgangsbreite von 2,5 Metern müsse am Gehsteig eingehalten werden. Vor der Pizzeria Riva plant der Bezirk bereits neue, legale Grünflächen. Zwei Bäume gibt es dort schon. Bei der nahen Paulanerkirche sind außerdem zwei neue Baumpflanzungen geplant. Alessandro D. kann seine Pflanzentröge vorerst einmal stehen lassen.

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