Die Trauer sitzt tief: Vergangenen Freitag hat Andreas L. noch mit seiner Großmutter in der Ukraine telefoniert, es schien, als hätte die rüstige 89-Jährige ihre Corona-Erkrankung überstanden. Doch am nächsten Morgen starb sie völlig überraschend. Ihre Beerdigung sollte bereits zwei Tage später stattfinden. Der 42-jährige Wiener, der selbst erst kürzlich Covid überstanden hatte, buchte gleich den nächstmöglichen Flug am Sonntag nach Odessa. „Ich habe meine Oma, die mir sehr nahe stand, seit Beginn der Pandemie nicht mehr besuchen können. Ich wollte ihr unbedingt die letzte Ehre erweisen.“
Andreas L. informierte sich bei der Austrian-Hotline über die aktuellen Covid-Reisebestimmungen. Dort hieß es, dass er als Genesener und mit aktuellem Antigentest problemlos zur Beerdigung könnte. Doch am Flughafen musste er den nächsten harten Schlag einstecken: „Ich durfte nicht mitfliegen, weil die Ukraine seit kurzem von allen Einreisenden einen PCR-Test verlangt. Das wusste man am Telefon offenbar nicht. Den Test konnte ich zeitlich unmöglich schaffen“, sagt er traurig.
Der AUA macht der Wiener keinen Vorwurf, doch der Abschied von seiner geliebten Großmutter blieb ihm verwehrt. „Wir bedauern sehr, dass er den Flug nicht antreten konnte. Seit Beginn der Pandemie zeigt sich leider, wie schnell und kurzfristig sich die Reisebestimmungen einzelner Länder ändern können“, so die AUA-Sprecherin zu „Heute“. Das Außenministerium empfiehlt „in unklaren Fällen Kontaktaufnahme mit der Botschaft des Landes, in das man reisen will“.