Wiener Jungpapa lehnt Impfung ab – "gehe lieber zum AMS"

Manuel (29) sucht einen Job. Weil er nicht geimpft ist, bisher vergeblich.
Manuel (29) sucht einen Job. Weil er nicht geimpft ist, bisher vergeblich.privat
Auf der Suche nach einem neuen Job ist Manuel aus Wien kurz davor, die Flinte ins Korn zu werfen. Grund: Verlangt wird die Impfung, die er nicht hat.

Seit anderthalb Jahren ist Manuel F. auf der Suche nach Arbeit. Der gelernte Pflasterer stand schon mehrmals kurz vorm Neuanfang. Das Problem: Hat der 29-Jährige einen Job ins Visier genommen, folgt so sicher wie das Amen im Gebet die Frage nach dem Impfstatus. Und impfen möchte sich der junge Wiener auf keinen Fall.

"Ich bin nach einer Gehirnhautentzündung schwerhörig und befürchte Komplikationen mit der Impfung", erklärt der Donaustädter seine Bedenken. "Ich will arbeiten, ich schreibe jeden Tag Bewerbungen. Aber mit meiner Behinderung und zusätzlich dieser Quasi-Impfpflicht ist das echt schwer."

Impfstatus nicht diskriminierend

F. bewirbt sich unter anderem über eine Firma für Leiharbeiter. Auf "Heute"-Anfrage teilt man dort mit, den Unternehmen stehe es frei, ob sie nur geimpfte Personen anstellen wollen. Ins gleiche Horn stößt die Arbeiterkammer Wien. Weil der Impfstatus nicht im Gleichbehandlungsgesetz stehe, handle es sich nicht um Diskriminierung.

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Auch Berufswechsel erfordert Impfung

F. denkt nun über einen Berufswechsel nach. Seine erlernte Tätigkeit als Pflasterer hat er abgeschrieben. "Niemand will im Straßenverkehr die Verantwortung für einen Schwerhörigen übernehmen", sagt er. In Frage käme etwa eine Umschulung zum Heimhelfer. Aber auch hier ist eine Impfung gegen das Coronavirus Pflicht.

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