Wiener Landwirte richten Appell an Spaziergänger

Um ein besseres Miteinander von Landbewirtschaftenden, Jägern und Erholungssuchenden zu erzielen, weisen Schilder auf ein sorgsames Handeln der Bewohner in der Kulturlandschaft hin.

Das schöne Wetter lockt trotz Corona nun viele Wiener an die frische Luft. Dabei kommt es mitunter nicht nur zum Konflikt mit dem Gesetz, sondern auch mit Personen, die in der Landwirtschaft tätig sind. Die Gründe sind oft mangelndes Wissen über Notwendigkeiten in der Landwirtschaft oder Jagd bzw. wenig Verständnis für die Stadtlandwirtschaft und ihre Produkte sowie Arbeitsprozesse.

Mit einer Schilder-Initiative im Bezirk Donaustadt möchte die Landwirtschaftskammer Wien, der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien und der Wiener Landesjagdverband ein besseres Zusammenleben erzielen und einen schonenden Umgang fördern. Schilder am Feld- und Waldrand sprechen Erholungssuchende an und geben Auskunft über die Prozesse der Landwirtschaft.

Ziel der Initiative

Mittels positiver Verstärkung möchte die Initiative Konflikten rund um die urbane Landwirtschaft und Jagd entgegenwirken. Zwei narrative Varianten ("Sehr gut" und "Bitte–Danke") sollen die Stadtbewohner ansprechen. In der Pilotphase sind rund 50 Schilder in ausgewählten Gebieten der Donaustadt installiert. Ausgewählt wurden Orte, an denen Konflikte häufig auftreten, diese wurden gemeinsam mit den Betriebsführern festgelegt.

"Diese Initiative ist ein Versuch, die Konflikte zwischen Stadtbewohnern und Betriebsführern aufzulösen sowie auf eine erfolgreiche Stadtlandwirtschaft hinzuweisen. Produktionsprozesse finden kontinuierlich in Wien statt und manche fühlen sich davon gestört. Es gibt auch jene Erholungssuchende, die nicht wissend einen Ackerstreifen durchqueren und ihn als Abkürzung verwenden oder welche das Gemüse der Freilandkulturen oder Trauben der Weingärten nehmen und für ihre Zwecke verwenden," so Franz Windisch, Präsident der Landwirtschaftskammer Wien.

"Wir sind der Schilder-Initiative sehr positiv gestimmt und hoffen auf ein rücksichtsvolles Verhalten gegenüber den Wildtieren. Die Hunde sollten immer an der Leine gehalten werden, da gerade jetzt die Rehe Kitze setzen und Jungtiere ihre Nester bauen, wie Hasen oder Fasane. Der respektvolle Umgang mit dem Wild über das Jahr ist wichtig für die Erhaltung und Pflege der Jagdgebiete", so Norbert Walter, Landesjägermeister von Wien.

"Der Frühling kommt mit großen Schritten und immer mehr Menschen zieht es hinaus in die Natur. Ein gutes Miteinander funktioniert nur, wenn dabei auch wichtige Regeln beachtet werden und sich alle fair verhalten", so Andreas Januskovecz, 49 Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien

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