Wiener Linien: Rassismus-Kritik an Döner-Schaf Rudi

Kampagne der Wiener Linien sorgt für Aufregung
Kampagne der Wiener Linien sorgt für AufregungBild: Wiener Linien
In sozialen Netzwerken wird das neueste Werbesujet der Wiener Linien mit Rassismus verbunden. Das Unternehmen wehrt sich. Was sagen Sie dazu?

Bei der "Fahr fair"-Kampagne der Wiener Linien geht es eigentlich um stark reichende Speisen in U-Bahn, Bim und Bus, auf die Fahrgäste in Zukunft verzichten sollen.

"Alle Fahrgäste machen die U-Bahn schöner. Nur nicht Rudi, der isst Döner", reimt das Unternehmen auf den Plakaten. Darauf zu sehen: Mehrere weiße und ein schwarzes Schaf, das das Lebensmittel im Maul hat.

Kritik wegen Rassismus

In den sozialen Netzwerken ist das Sujet nicht ganz so aufgenommen worden, wie die Wiener Linien sich das vielleicht gewünscht haben. Einige fühlen sich an eine Schweizer Anti-Ausländer-Kampagne erinnert, die ebenfalls schwarze Schafe zeigte.

Und auch dass ausgerechnet ein Döner als stark riechendes Lebensmittel ausgewählt wurde und nicht etwa eine Leberkäs-Semmel, stößt vielen sauer auf.

"Rassistische Klischees" würden ja bedient, heißt es. Kritik kommt auch aus der Politik. Der grüne Klubobmann David Ellensohn findet da Plakat etwa "komplett daneben".



Reaktion der Wiener Linien

Die Wiener Linien reagierten mit einer schriftlichen Stellungnahme: "Für die Wiener Linien ist es ganz egal, wer mit uns fährt, unabhängig von Hautfarbe, sexueller Orientierung, Religion und Co. - bei uns sind alle willkommen. Im Gegenzug gelten aber auch für alle dieselben Regeln: Respekt und Rücksichtnahme", heißt es da. Anhand der Rückmeldung der Fahrgäste merke das Unternehmen auch, dass "es ihnen wichtig ist, dass diese Thematik angesprochen wird."

Entfernen will man die diesjährigen Plakate zur Hausordnung jedenfalls nicht. Eine Klarstellung am Ende: Die Wiener Linien distanzieren sich ausdrücklich von der rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP), die noch 2016 mit einem ähnlichen Sujet gegen Ausländer plakatierte: "Die Werte der SVP könnten uns ferner nicht sein", so die Wiener Linien.

Es gehe nicht darum, wer man sei, sondern wie man sich verhalte, meinen die Wiener Linien.

Das Plakat mit den schwarzen Schafen wurde nach der Verwendung in der Schweiz übrigens auch bei anderen rechtspopulistischen Parteien in Europa beliebt: Die spanische rechtsradikale Gruppe Democracia Nacional, die italienische Lega und die Tschechische Nationalpartei verwendeten ähnliche Sujets. (red)

Comment Jetzt kommentieren Arrow-Right
Nav-Account red Time| Akt:
Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitikEidgenössische Kommission gegen RassismusWiener Linien

ThemaWeiterlesen