Österreich

Wiener Mädchen als Opfer von Pädophilen im Netz

Heute Redaktion
Teilen
Die Pädophilen nehmen per Chat Kontakt zu den Kindern auf.
Die Pädophilen nehmen per Chat Kontakt zu den Kindern auf.
Bild: Symbolbild/Fotolia

Drei zehnjährige Wiener Mädchen wurden Opfer von Pädophilen. Die Männer hatten die Schülerinnen über das Chat-Programm "Poltergeist" kontaktiert.

Wie der ORF berichtet, nahmen die Männer mit den Mädchen Kontakt über das beliebte Chat-Programm "Poltergeist" auf. Um das Vertrauen der Zehnjährigen zu gewinne, gaben sich die Pädophilen zuerst als Gleichaltrige aus. Später übten sie teils massiven Druck aus: „Es fängt ganz harmlos an, dass sie einfach 'Hallo' sagen und es wird dann immer schlimmer", erzählte eine Mutter dem ORF.

Die Schülerinnen sollten anschließend immer intimere Fotos und auch Videos von sich machen und etwa über das Programm Snapchat verschicken. „Bei meiner Tochter war es so, dass die Täter wirklich gedroht haben, ‚ich weiß jetzt wo du wohnst, ich weiß deine Adresse und deinen Eltern wird etwas passieren'", so die Mutter. Aus Angst sagten die Mädchen ihren Eltern wochenlang nichts, erst durch Zufall kamen diese dahinter.

Starke Zunahme des "Cyber Grooming"

Insgesamt nimmt das sogenannte „Cyber Grooming", für das bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe drohen, rasant zu. Wurden 2015 noch 52 Fälle angezeigt, waren es im Vorjahr bereits 80 Fälle in Österreich. Die Anzeigen sind somit um rund 54 % gestiegen. Das Bundeskriminalamt rät Betroffenen, die Chat-Verläufe zu sichern und Anzeige zu erstatten.

Beim Chat-Programm "Poltergeist" handelt es sich um einen Messenger, der jede einzelne Nachricht in eine Emoji-Geheimsprache übersetzt. Nur mittels Entschlüsselungs-Button können die User dann die Nachricht lesen. Alle Texte, Bilder und Audio-Nachrichten können auch als "Timebomb" verschickt werden, die sich nach einer vom User definierten Zeit selbst zerstören.

Laut Barbara Buchegger von der Initiative "Safer Internet" sind Chats und soziale Netzwerke aller Art betroffen, oft auch Chats von Onlinespielen. "Eigentlich kann die Gefahr in jeder App drohen, wo ich mit anderen Personen, als die aus meinem unmittelbaren Umfeld, zu tun habe", erklärt Buchegger gegenüber dem ORF.

(cz)