Wiener Modelmacher schockt mit weiblichem Jesus

Das deutsch-spanische Model Leonie Mozzacchini-Schuster gilt als eine der größten Modelhoffnungen Spaniens.
Das deutsch-spanische Model Leonie Mozzacchini-Schuster gilt als eine der größten Modelhoffnungen Spaniens.Alvaro Armas / 1 st Place Models
Der Wiener Modelmacher Dominik Wachta sorgt derzeit in Spanien für Furore. Sein "weiblicher Jesus" spaltet das streng katholische Land.

Bereits vor einigen Jahren polarisierte der 37-Jährige, als Männermodel Markus Singer mit echtem Rinderblut übergossen und mit Dornkranz und Kreuz posierte. Später ließ er das blonde Vorarlberger Topmodel Lilia Kultina mit einer Burka aus Klopapier, tiefen Ausschnitt und Alkohol ablichten. Jetzt sorgt Dominik Wachta für den nächsten Skandal.

Video sorgt für heftige Diskussionen

Gemeinsam mit dem deutsch-kanarischen Model Leonie Mozzacchini-Schuster sorgt Wachta in seiner Wahlheimat Spanien mit dem neuen Kunstprojekt "rebirth as a female Jesus" ("Wiedergeburt eines weiblichen Jesus") für Furore. Entworfen für das spanische Modelabel "Atelier Diazar" auf der kanarischen Ferieninsel Teneriffa, zeigt es Jesus wie er als Frau reinkarniert und seine/ihre (neue) Weiblichkeit zu entdecken beginnt.

Vor allem das Video sorgt im streng katholischen Spanien für heftige Diskussionen:

Während die junge Generation das Projekt und den Mut überschwänglich lobt, zeigen sich vor allem Ältere irritiert von der Vorstellung eines weiblichen Jesus.

Provokation und Kritik

"Mir war die Rolle der Frauen bei den diversen Religionen immer ein Dorn im Auge - und da nehme ich keine Religion davon aus. Ich vertrete den Standpunkt, dass Frauen uns Männern eigentlich weit überlegen sind und deshalb immer unterdrückt wurden. Gerade die Religionen haben dabei immer eine große Rolle gespielt, weil ein paar alte Männer vor der unglaublichen Energie der Weiblichkeit Angst hatten. Dass es in der heutigen Zeit noch immer nicht möglich ist, dass Frauen führende Rollen bei den meisten Religionen einnehmen, ist eine Schande und zeigt, wie wenig Entwicklung seit dem Mittelalter stattgefunden hat!", wettert Wachta.

Die Kunst sieht der Modelmacher als Möglichkeit, dieses Ungleichgewicht zu thematisieren und dafür zu sensibilisieren. Religiöse Gefühle möchte er damit nicht verletzten, versichert der Modelbooker, jedoch möchte er die Absurdität der alten Dogmen aufzeigen.

Wiener als erfolgreicher Modelmacher

Wie bereits berichtet, hat Wachta in Miami (USA) und Madrid (Spanien) mit "1st Place Models" eine neue, sehr exklusive Agentur eröffnet. Der Wiener mit Vorarlberger Migrationshintergrund ist hierzulande vor allem als Gründer von "Österreichs Nächstes Topmodel" bekannt. Durch den Model-Contest haben zahlreiche Models den Sprung zu den großen Fashionweeks nach New York, Mailand, Paris oder London oder Nobel-Brands wie Dior, Louis Vuitton oder Versace geschafft.

Die neue Agentur des Österreichers hat extrem strenge Aufnahmekriterien und gilt - nicht nur wegen solch mutiger Projekte wie dem "weiblichen Jesus" - in der globalen Modelszene bereits als Tipp für eine internationale Karriere.

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