Heftiger Streit um eine im Weltmuseum ausgestellte Kopftrophäe: Der echte Menschenkopf wurde einst um 1830 einem Feind im Kampf abgeschlagen. Dass der mit Nagetierzähnen und Federn verzierte Schädel nun nicht in einem Grab, sondern in einer Museumsvitrine liegt, regt Besucher und Wissenschafter gleichermaßen auf.
Entfernung gefordert
Der Schädel solle entfernt werden, forderten laut „Ö1" unter anderem die Kunstuni-Rektoren Eva Blimlinger und Gerald Bast. Im Museum sieht man das anders. Verstörende oder schockierende Bereiche aus anderen Kulturen sollen nicht ausgeblendet werden, heißt es in einem Statement von Direktorin Sabine Haag und der zuständigen Ausstellungsleiterin. Auch sei der Schädel ein Kunstgegenstand und kein Porträt eines Menschen mehr.
Erst vor kurzem hatte ein ähnlicher Fall im Dorotheum für Aufregung gesorgt. Bei der Versteigerung „Tribal Art" waren Schrumpfköpfe zum Kauf angeboten worden. Nach heftiger Kritik wurde dieser aber aus dem Programm genommen. Man wolle niemanden irritieren, hieß es.
(red)