Eva G. aus Unterlaa in Wien-Favoriten sollte bei ihrem Energieversorger "Pullstrom" statt 124 Euro plötzlich 1.200 Euro für Strom und Gas zahlen. "Da kommen noch die Netzkosten dazu", erzählt sie im Gespräch mit "Heute".Die Energiekosten würden mehr als die Hälfte ihres Gehalts in der Höhe von rund 2.000 Euro auffressen. "Falter.morgen" berichtete zuerst über den Fall, der aufzeigt, wie verrückt die Energiemärkte derzeit spielen – und auch, wie sehr die Konsumenten darunter leiden.
"Man hat einfach keinen Durchblick mehr", erzählt Eva G. "Ich habe mir zuerst gedacht, das ist ein Rechenfehler." Doch ein Anruf bei "Pullstrom" in Kärnten ergab das Gegenteil." Laut "Kleine Zeitung" erhöhte der Klagenfurter Online-Anbieter seinen Strompreis für seine Kunden um satte 550 Prozent.
Eva G. konnte und wollte sich das nicht leisten. "Ich bin jetzt zu Wien Energie gewechselt", erzählt sie. "Dort zahle ich immer noch viel, aber es ist fast um die Hälfte weniger." Sie könne nicht ihre ganzen Ersparnisse für die Heizkosten verwenden. Ein Umzug komme auch nicht in Frage. Eva G. wohnt mit ihrem Sohn (27) zusammen, der gelernt hat, mit einer Behinderung zu leben. Die Wienerin war selbst auch schon von einer schweren Krankheit betroffen, kämpfte sich tapfer zurück ins Leben.
Schon seit längerem wohnt sie im alten Haus ihrer Eltern, die Gasheizung ist nicht auf dem neuesten Stand. "Ich habe mir überlegt, einen Holzofen im Haus aufzustellen. Doch alleine das Außenrohr für den Kamin hätte über 6.000 Euro gekostet." Dazu würden noch die gestiegenen Holzpreise kommen – also auch keine Alternative für die Wienerin. Wenn die Teuerung so weitergeht, werde der Mittelstand verschwinden, befürchtet sie.