Wiener NHM zeigt das Schmelzen der Gletscher

Künstler machen mit Bildern, Drucken und Installationen auf das Schmelzen der Gletscher aufmerksam.
Künstler machen mit Bildern, Drucken und Installationen auf das Schmelzen der Gletscher aufmerksam.Bild: Norfolk+Thymann
Die Folgen des Klimawandels auf die Gletscher stehen im Zentrum der Kunst-Ausstellung "Dahinschmelzen". Bis 8. September ist diese im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen.
Das Naturhistorische Museum Wien zeigt als welterstes Museum die Ausstellung "Meltdown-Dahinschmelzen", die das Ziel verfolgt, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher der Erde sichtbar zu machen.

Hinter der Ausstellung steht die Stiftung "Project Pressure", die Kunst verwendet, um Engagement und Verhaltensänderungen anzuregen. Die ausgewählten Kunstwerke in der Ausstellung "Meltdown" beziehen sich auf abschmelzende Gletscher und zeigen auf teils dramatische Art und Weise die Auswirkungen des Klimawandels, wobei verschiedene Medien zum Einsatz kommen.

Im Gegensatz zu Waldbränden oder Überschwemmungen seien Gletschermassenverluste nicht auf kurzfristige Wetteränderungen zurückzuführen, sondern spiegeln langfristig die globale Erwärmung wider. Daher seien sie Schlüsselindikatoren für den Klimawandel.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Seit 2008 beauftragt Project Pressure weltweit renommierte Künstler mit Expeditionen in die ganze Welt. Die künstlerischen Arbeiten, die daraus hervorgingen, werden im Naturhistorischen Museum Wien erstmals zusammen in einer Ausstellung gezeigt. Die Projekte wurden in Kooperation mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern entwickelt und durchgeführt, um die wissenschaftliche Genauigkeit zu gewährleisten.

Ausstellung führt in drei Abschnitten auf Reise um die Welt

"Meltdown - Dahinschmelzen" bezieht Arbeiten aus allen relevanten Kontinenten ein und entführt den Betrachter in drei Abschnitten auf eine Reise um die Welt. Der erste Teil widmet sich der Frage "Warum sind Gletscher wichtig?" und bietet eine Einführung in das Thema. Hier erfährt der Besucher, wie jährliche Vergleichsbilder genutzt werden, um Gletschermassenverluste und damit die Auswirkungen des Klimawandels zu verfolgen.

Im zweiten Abschnitt "Aktuelle Themen" setzt sich die Ausstellung unter anderem mit der Tatsache auseinander, dass der Wasserabfluss von den Gletschern des Himalaya-Gebirges für mehr als eine Milliarde Menschen unmittelbar lebenserhaltend ist. Denn Bewässerung, Wasserkraft und Trinkwasser hängen hier von der Gletscherschmelze ab.

Der Klimawandel sei nicht mehr zu vermeiden, denn er finde bereits statt. Daher liege es an der Welt und der Menschheit, umzudenken und sich anzupassen. Im dritten und letzten Teil "Auswirkungen" behandelt die Ausstellung allgemein bekannte Fakten, überrascht aber auch, indem sie Folgen des Klimawandels aufzeigt, die weit über den Anstieg des Meeresspiegels hinausgehen.

Ausstellung als "poetisch-historische" Erzählung der Gletscher

Die Ausstellung "Meltdown - Dahinschmelzen" kann als Geschichte über die Bedeutung von Gletschern aufgefasst werden, die auf wissenschaftliche, illustrative und poetische Weise erzählt wird. Jede Künstlerin und jeder Künstler repräsentiert eine einzigartige Sichtweise auf das Thema, indem die Auswirkungen der Gletscherschmelze auf planetarer bis hin zu mikroskopisch-biologischer Ebene vorgeführt und das humanitäre Leiden thematisiert, das damit in Zusammenhang steht, gezeigt werden. Zusammen vermitteln die künstlerischen Interpretationen den Besucherinnen und Besuchern einzigartige Einblicke in unsere Kryosphäre mit ihren fragilen Ökosystemen und in das sich verändernde Weltklima.

Besucher können eigenen Öko-Fußabdruck messen

Die Ausstellung will inspirieren und das Publikum aktivieren, indem sie über bloße Bewusstmachung der Problematik hinausgeht und zu einer echten Verhaltensänderung anregt. Dazu hat Project Pressure einen CO2-Fußabdruck-Rechner entwickelt. Über Touchscreens am Ende der Ausstellung können die Besucher abrufen, wie CO2-intensiv ihr Lebensstil ist, und erhalten Empfehlungen für Verbesserungen in Bereichen wie Zuhause, Verkehr, Energie, Lebensmittel etc. Per E-Mail werden sie aufgefordert, nach zwei Monaten eine erneute Online-Berechnung durchzuführen. Dadurch soll jeder Einzelne zum Weitermachen motiviert werden.

Die Ausstellung "Meltdown - Dahinschmelzen. Gletscher als Zeugen des Klimawandels" ist von 5. Juni bis 8. September 2019 im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen. Danach wandert diese weiter nach London. (lok)

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