Österreich

Wiener Polizei mit putzenden Häftlingen zufrieden

Heute Redaktion
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Noch ist es ein Pilotprojekt, für die Wiener Polizei schaut es aber bereits nach klarer Win-win-Situation aus. Ab Dienstag werden vier Freigänger bei der Exekutive putzen und reparieren. Die Sträflinge bekommen damit eine Arbeit, die Polizei spart Geld.

Noch ist es ein Pilotprojekt, für die Wiener Polizei ist es jedoch bereits ein voller Erfolg. Seit September putzen, malen und reparieren vier Freigänger bei der Exekutive. Die Sträflinge bekommen damit eine Arbeit, die Polizei spart Geld.

Die Wiener Polizei lobt die vier "Versuchskaninchen". "Alle vier haben eine tolle Reputation innerhalb der Polizei. Sie machen ihre Arbeit ordentlich. Man kann sich auf die Leute verlassen", sagte Polizeisprecher Christoph Pölzl gegenüber "Radio Wien".

Sie würden mittlerweile von anderen Dienststellen eigens angefordert. Bisher haben die Reinigungskräfte 18 Dienststellen gereinigt.

Viermal günstiger als Reinigungsfirma

Das Pilotprojekt basiert auf einer Zusammenarbeit von Exekutive und Justiz. Die Polizei zahlt pro Arbeitsstunde 4,65 Euro an die Justiz. Der Freigänger bekommt davon seinen Verdienst. Das ist ungefähr ein Viertel des Preises einer herkömmlichen Reinigungsfirma.

Keine schweren Jungs

Zwei Freigänger werden in Inspektionen in der Innenstadt und in der Donaustadt arbeiten, die anderen beiden in der Landespolizeidirektion am Schottenring und im Bundesamtsgebäude am Josef-Holaubek-Platz. Ausgesucht werden sie von der Justiz gemäß Paragraf 126 Strafvollzugsgesetz.

Der Strafgefangene muss sich im Entlassungsvollzug befinden und eine zeitliche Freiheitsstrafe verbüßen. Wer im Maßnahmenvollzug steckt oder lebenslang bekommen hat, hat keine Chance.

Damit die Strafgefangenen nicht unbeaufsichtigt sind, gibt es an den betreffenden Wachen Koordinatoren, die ihnen auch als Ansprechpartner dienen. Ein ähnliches Projekt hat voriges Jahr in der Polizeidienststelle Van-der-Nüll-Gasse in Favoriten gegeben.

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