Österreich

Wiener Polizei warnt vor den Codes der Einbrecher

Aktuell warnt die Wiener Polizei vor Gaunerzinken - Symbolen, die Kriminelle anderen Betrügern hinterlassen, um auf Beute und Gefahren hinzuweisen.

Heute Redaktion
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Wenn an Ihrem Haus. am Gartenzaun oder auf dem Türstock Zeichen eingeritzt oder aufgemalt sind, könnte es sich um Geheimcodes von Einbrechern, Trickbetrügern oder Bettlern handeln. Diese "Gaunerzinken" gibt es seit dem 12. Jahrhundert und sie werden immer noch benutzt. Wenn sie ein solches Zeichen an Ihrem Haus, Briefkasten oder Gartenzaun finden, sollten Sie es fotografieren, abwischen und die Polizei und Nachbarn informieren.

Kennzeichnungen in der Tradition der historischen Zinken werden auch in der Gegenwart benutzt, zum Teil in Zusammenhang mit Bettelei und Wohnungseinbrüchen. In den 1990er Jahren und erneut seit 2009 sollen in Österreich Einbrüche in Verbindung mit Zinken aufgetreten sein. Trotz moderner Kommunikation über Mobilfunk und Internet nutzen Einbrecherbanden immer wieder diese längst vergessen geglaubten Zeichen.

Vom Hund bis zum Fluchtweg

Bandenmitglieder spähen gezielt Wohngegenden aus, tarnen sich dabei etwa als Prospektverteiler oder Bettler, um anschließend eine Notiz für die nachfolgenden Komplizen zu hinterlassen: etwa eine Warnung vor rabiaten Bewohnern, ein Hinweis auf eine alleinstehende Frau, oder ein Tipp für reiche Beute und den besten Fluchtweg. Die Zeichen sind vielfältig, denn einige Banden entwickeln auch eigene Symbole.

Die Polizei rät insgesamt zu erhöhter Wachsamkeit, weil dann die Kriminellen keine Chance haben. Wirksame Schlösser und Riegel sind immer noch der beste Schutz. Auch ein Hund ist eine seit jeher bewährte "Alarmanlage". Eine sehr moderne Variante mit alten Mitteln ist übrigens das so genannte WarChalking (engl. "chalk", "Kreide"), bei dem offene oder öffentlich zugängliche WLANs unter Handy-Benutzern kenntlich gemacht werden.

(red)