Wiener Rapper werfen Polizei Rassismus vor

Was eigentlich ein ruhiges Arbeitsmeeting in einem Park werden sollte, lässt jetzt die Wogen in sozialen Netzen hochgehen.

Der Wiener Rapper T-Ser saß mit seinen Labelkollegen am Sonntag für ein Arbeitsmeeting im Josef-Strauß-Park im 7. Bezirk. Wegen des schönen Wetters wollte man nicht im Büro, sondern an der frischen Luft über geschäftliche Dinge sprechen.

Plötzlich wird die Gruppe von zwei Streifenpolizisten kontrolliert. Die beiden holen sich Verstärkung, die jungen Männer werden aus dem Park eskortiert, es kommt zu Schreiduellen. In Videos, die von den Musikern auf Facebook und Instagram veröffentlicht worden sind, sprechen die beteiligten Personen von Polizeiwillkür und sogenanntem "racial profiling", Kontrollen, die nur wegen der Hautfarbe der Personen durchgeführt werden.

Die Aufregung darüber in sozialen Medien war am Sonntagabend und Montagmorgen extrem groß. T-Ser hat unter dem Hashtag #nichtmituns Betroffene aufgefordert, ihre Erfahrungen mit der Polizei zu schildern.

Unkooperatives Verhalten

Bei der Landespolizeidirektion Wien sieht man die Angelegenheit naturgemäß etwas anders. Polizeipressesprecherin Irina Steirer erklärte auf Anfrage von "heute.at", dass es im Josef-Strauß-Park aufgrund der Nähe zum Gürtel und Anrainerbeschwerden ständig Schwerpunktkontrollen und Identitätsfeststellungen gäbe. Laut Aussage der handelnden Beamten habe sich ein Teil der Gruppe von Anfang unkooperativ verhalten und sich über den Einsatz lustig gemacht.

Als die Amtshandlung eigentlich schon zu Ende war, soll einer der Männer den beiden Beamten ein "Fickts euch" nachgerufen haben. Daraufhin forderte man Verstärkung an. Die Gruppe sei aus dem Park eskortiert worden, es kam zu Wortgefechten, die auf Video festgehalten worden sind.

Die ganze Aktion endete mit einer Wegweisung sowie drei Anzeigen (aggressivem Verhalten, Lärmbeschwerde und Anstandsverletzung). Da es sich dabei um Verwaltungsübertretungen handelt, wird es bei Geldstrafen bleiben. Alle kontrollierten Personen sind Österreicher.

Den Vorwurf der Willkür weist man Seitens der Wiener Polizei zurück. Es sei bekannt, dass in diesem Park von Jugendlichen strafbare Handlungen gesetzt werden. Daher ist die Kontrolle durch das Sicherheitspolizeigesetz gedeckt.

"Heute.at" hat auch bei den beiden Betroffenen nachgefragt. Eine Stellungnahme ihrerseits steht allerdings noch aus.

(baf)

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