Wiener Sängerknaben trällern mit Hilfe der Stadt weiter

Die Coronakrise hat den Traditionschor in eine finanziell prekäre Lage gebracht. Nun hilft die Stadt: Sie fördert die Sängerknaben mit 500.000 Euro.

Die Coronakrise hat die Wiener Sängerknaben schwer getroffen. Nicht nur, dass bisher mehr als 500 Konzerte und die Auslandstourneen abgesagt werden mussten (immerhin rund 70 % der Einnahmen des Vereins), viele der jungen Sänger waren lange zu jung für eine Coronaimpfung. Um dem Traditionschor mit Sitz im Augartenpalais in Leopoldstadt aus der finanziellen Patsche zu helfen, springt nun die Stadt ein. Im Finanzausschuss wurden nun die Weichen für eine finanzielle Unterstützung der Wiener Sängerknaben gestellt. Dadurch erhält der gemeinnützige Verein 500.000 Euro als Liquiditätsstütze für das Schuljahr 2021/2022.

Bereits im August 2020 hatte sich der Wiener Wirtschafts- und Tourismusstadtrat Peter Hanke (SPÖ) für eine Unterstützung der Wiener Sängerknaben ausgesprochen. Der Bezug zu Wien, sowohl geographisch, institutionell als auch inhaltlich, sowie das starke öffentliche Interesse an den Tätigkeiten des Vereins haben letztlich die Vertreter aller Parteien im Finanzausschusses überzeugt.

Wiener Sängerknaben als "fixer Bestandteil der Stadt"

"Ich bin sehr froh, dass wir die Unterstützung der Wiener Sängerknaben für das laufende Schuljahr beschließen konnten. Die Wiener Sängerknaben sind eine internationale Visitenkarte der Musikweltstadt Wien und fixer Bestandteil des Kulturlebens unserer Stadt. Ihre Auftritte in Österreich und der ganzen Welt bringen Wien als Kulturmetropole ins touristische Bewusstsein der Menschen und erhöhen damit das Ansehen und die Bekanntheit der Stadt. Eine Unterstützung der Wiener Sängerknaben ist ein dringend notwendiger und logischer Schritt, um dieses Kulturgut zu erhalten", betont Hanke.

Professor Gerald Wirth, Präsident und Künstlerischer Leiter der Wiener Sängerknaben, freut sich über die dringend benötigte Unterstützung: "Über 500 abgesagte Konzerte stellen uns vor völlig neue Herausforderungen. Die können wir nur mit Hilfe der Stadt, also der Öffentlichen Hand bewältigen; eben 'Together', das ist auch der Titel unserer nächsten CD, die jetzt im Oktober erscheint".

Auch der Vize-Präsident der Sängerknaben Arthur Trainacher ist ob der Finanzspritze erleichtert: "Die Verhandlungen waren langwierig, aber schlussendlich erfolgreich. Es ist die erste Subvention für den Verein in dieser Form seit 1924". Auch wenn die Unterstützung der Stadt weiterhilft, wünscht sich Trainacher dennoch eine dauerhafte Lösung: "Ein jährlich Basissubvention wäre fein".

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