Anders als die Oppositionsparteien, die inzwischen reflexartig schlechtreden, was an Corona-Management von der Regierung kommt, glaube ich nicht, dass Fernunterricht die "Lebenschancen unserer Kinder zerstört" (so die Neos). Sie sollten halt zwischendurch zwei, drei Freunde treffen dürfen, vorzugsweise an der frischen Luft statt auf einem Display…
Und weil sich jetzt alle gegen ein Freitesten zum Präsenzunterricht aussprechen: Richtig wäre das Gegenteil. Lehrer wie Schüler gehören ab sofort regelmäßig getestet. Und zwar in der Schule. Wer negativ ist, darf bleiben. Wer positiv ist, ab nach Hause! Wer den Test verweigert, genauso. Basta. Aus einem Brief der roten Gewerkschaft FSG/SLÖ an Kanzler Kurz: "Es sind nach heutigem Wissensstand weder SchülerInnen noch LehrerInnen als 'Superspreader' auszuschließen. Wenn die LehrerInnen getestet werden, müssen auch Testungen für SchülerInnen regelmäßig stattfinden." Genau!
„Note: Unbefriedigend“
Natürlich wäre eine Rückkehr zur "Schule normal" auch für mich die beste Variante, aber hallo? Wir haben eine Pandemie, und sogar Leute mit erhöhtem Trump-Faktor anerkennen inzwischen, was der Mikrobiologe Michael Wagner in der ZiB2 gesagt hat: "Das Infektionsgeschehen in Schulen und Altenheimen spiegelt das Infektionsgeschehen in der Gesellschaft wider." Schule in einem Atemzug mit Altenheimen, deutlicher geht's nicht. (Anderslautende Cluster-Analysen gehen insofern an der Realität vorbei, als symptomlose Kinder viel zu selten als erste Infektionsquelle identifiziert werden.)
"Ferien normal" scheinen indes gesichert. Bildungsexperte Andreas Salcher ist mit seinem Vorstoß, die Ferien zu kürzen, im Bildungsministerium abgeblitzt. Zu Recht, wo von Schülern bis zu Lehrern jetzt schon alle am Zahnfleisch gehen. Ja also zu einer im Sommer geöffneten Schule – für Sport, Spaß und auch Nachhilfe. Aber nicht zum strafweise Corona-Nachsitzen.
„Note: Gut“
Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer ist seit 20 Jahren Lehrer in Wien, aktuell Direktor des "SZ-FIDS" in Meidling. Dazu hat er 13 Bücher geschrieben.
Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.
Alle seine Artikel finden Sie hier.
Zwei Mails, die ich ans Christkind weiterleite. Ein Volksschullehrer schreibt mir: "Ich fahre mit dem Auto in die Schule, zahle Fahrtkosten sowie Parkgebühren (bis dato ca. 400 Euro), halte mich strikt an alle Regeln und vermeide unnötige Kontakte. Was nützt eine 14-tägige Zwangstestung der LehrerInnen, wenn uns symptomlose Volksschulkinder 13 Tage lang anstecken können?" Tja.
„Note: Nicht genügend“
Und ein BHS-Lehrer berichtet von einer Schülerin, die mit eindeutigen Symptomen von der Schulärztin heimgeschickt wurde, " …und dann erfahre ich vom Klassenvorstand, dass der Vater der Schülerin bekennender Corona-Leugner ist und ihr weder gestattet, zu Hause zu bleiben, noch bei 1450 anzurufen." Also leitete die Schule die Testung ein, Ergebnis: positiv. Liebes Christkind, kannst du bitte machen, dass so einem Vater die Lizenz entzogen wird?