Wien

Wiener sollen am Friedhof Fauna und Flora dokumentieren

Um die Artenvielfalt zu erforschen, bittet die Uni Wien Friedhofsbesucher Fotos und Berichte von Tier- und Pflanzensichtungen einzusenden.

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Auf Wiens Friedhöfen tummeln sich Füchse, Rehe, Hamster und zahlreiche Vogel- und Insektenarten. Um sie alle zu dokumentieren, sollen der Uni Wien Friedhofsbesucher helfen.
Auf Wiens Friedhöfen tummeln sich Füchse, Rehe, Hamster und zahlreiche Vogel- und Insektenarten. Um sie alle zu dokumentieren, sollen der Uni Wien Friedhofsbesucher helfen.
Martina Konecny

Gerade an Orten für die letzte Ruhe tummelt sich ganz schön viel Leben, so auch auf den Wiener Friedhöfen. Wie viele Lebewesen genau in den Arealen vorkommen, ist aber bislang unerforscht. Das will ein Forscherteam der Universität Wien ändern: Für das Projekt "Biodiversität am Friedhof" (BaF) will man die Artenvielfalt und das aktive und passive Einwirken des Menschen auf den Friedhöfen dokumentieren. Die Wiener Bevölkerung soll dabei helfen: Wer Pflanze, Tier oder Pilz entdeckt, kann ein Foto, Zeit und Ort an [email protected] schicken oder das Sichtungsformular auf Stadtwildtiere.at nutzen. Noch mobiler geht es über die App "Wildtiere". 

Tierische Hinterlassenschaften 

Geforscht wird für "BaF" schon seit April 2021. Um einen Überblick zur Artenvielfalt auf Wiens Friedhöfen zu erhalten, ist man an Tieren aller Art (Wirbeltiere, Insekten, etc.) inklusive ihrer Überreste und sämtlichen Hinterlassenschaften interessiert. Dazu zählen auch Kot oder Haare.

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    Schon mal einem Hamster am Friedhof über den Weg gelaufen? Wenn ja, bittet das Forschungsprojekt "Biodiversität am Friedhof" (BaF) um Infos zur Sichtung.
    Schon mal einem Hamster am Friedhof über den Weg gelaufen? Wenn ja, bittet das Forschungsprojekt "Biodiversität am Friedhof" (BaF) um Infos zur Sichtung.
    MartinaKonecny

    Lebensraum für gefährdete Tierarten

    Vor allem alte Friedhöfe bieten wichtige Rückzugsräume für bedrohte Tiere und Pflanzen. Durch ihre Lage, Größe und Naturflächen sind die Ruhestätten Lebensraum für unterschiedlichste Organismen. Eine Bestandsaufnahme ermöglicht den Forschern, Rückschlüsse auf Veränderungen der Artenvielfalt zu machen und schenkt Einblicke in das Zusammenleben von Menschen und Natur.

    Geleitet wird das Citizen Science-Projekt von Thomas Filek und Doris Nagel am Institut für Paläontologie. "Füchse, Rehe, Hamster, zahlreiche Vogel- und Insektenarten: Die Liste der tierischen Friedhofsbewohner in Wien ist lang", erklärt Thomas Filek. Auch stark gefährdete Arten wie der Wiedehopf oder die Äskulapnatter wurden bereits in einzelnen Untersuchungen erfasst. "Zwar erhalten wir immer wieder Sichtungsmeldungen von Angestellten, doch nur wenn sich auch viele Besucher über das Jahr hinweg beteiligen, können wir eine wirklich umfangreiche Datenbasis aufbauen", sagt Doris Nagel.