Wiener Start-up gegen neue Apple-Produkte

Neue Apple-Produkte kommen – und werden nicht überall positiv aufgenommen.
Neue Apple-Produkte kommen – und werden nicht überall positiv aufgenommen.Reuters
Das Wiener Start-up refurbed verkauft gebrauchte und erneuerte Geräte – von Handy bis Laptop. "Brauchen wir nicht", heißt es zu neuen Apple-Produkten.

Apple stellt am Dienstagabend neue Geräte vor. Ein neues iPhone soll nicht dabei sein, dafür neue iPads und eine neue Apple Watch sowie ein All-in-one-Abo von Apple.

Beim Wiener Start-up refurbed ist man von der Präsentation wenig begeistert: "Jedes Jahr wiederholt sich das gleiche Spiel: Apple versucht den Konsumenten einzureden, dass es Zeit ist für das neueste Handy oder Tablet. Schneller, besser, mit noch mehr Kameras. Dieses iPhone ist das beste, das wir je gebaut haben, sagt dann Tim Cook. Und nächstes Jahr wiederholt sich das Ganze wieder", heißt es von refurbed-Boss Peter Windischhofer in einer Aussendung.

"Verträgt das der Planet, wollen wir das wirklich herausfinden? Unser Planet wird es nicht vertragen"

Der Grund: refurbed plädiert für eine "verantwortungsvolle Kreiskaufwirtschaft" statt Unmengen an Elektroschrott. "Wo soll das hinführen? Ein neues Smartphone verbraucht im Schnitt 13.000 Liter Wasser und produziert 76 Kilogramm CO2. Verträgt das der Planet, wollen wir das wirklich herausfinden? Unser Planet wird es nicht vertragen", so Windischhofer. "Wir brauchen keine neuen und besseren iPhones mit noch mehr Kameras. Wir brauchen Handys, die länger leben und einfacher reparierbar sind."

"Jedes erneuerte Handy spart 70 Prozent CO2-Ausstoß. In diese Richtung sollte es gehen"

Laut refurbed-Angaben hat jeder Europäer im Vorjahr mehr als 16 Kilogramm Elektroschrott verursacht, alleine in Deutschland würden rund 200 Millionen nicht genutzte Smartphones in den Schubladen liegen. "Die sind natürlich nicht alle hip und schick oder haben 6 Kameras – aber sie funktionieren und die meisten lassen sich problemlos wieder refurbishen. Jedes erneuerte Handy spart 70 Prozent CO2-Ausstoß. In diese Richtung sollte es gehen", so Windischhofer. Er fordert neben Eigenverantwortung auch politische Rahmenbedingungen, etwa "weniger Umsatzsteuer auf erneuerte Geräte".

Hersteller sollten laut dem refurbed-Chef auch gebrauchte Geräte zurücknehmen und recyceln. Ein Schritt in die richtige Richtung sei dabei der Aktionsplan der Europäischen Union, der ein Recht auf Reparatur vorsehe. Aber: "Wenn es irgendwo eine Lücke gibt, dann wird diese ausgenutzt. Und ganz ehrlich: Haben Sie nicht auch die Nase voll von Smartphones, die pünktlich mit Ablauf der Garantie den Geist aufgeben oder auf unerklärliche Weise plötzlich keine Akkukapazität mehr haben? Wenn elektronische Geräte einfacher und besser reparierbar wären, dann könnte ihre Lebensdauer um Jahre verlängert werden."

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