Schon sechs Unfalltote auf Streckenabschnitt

Drei Tote forderte ein Frontalcrash am Palmsonntag auf der B1 bei Hörsching. Auf diesem Streckenabschnitt spielten sich schon viele Tragödien ab.
Der fürchterliche Frontal-Crash zu Beginn der Osterferien in Hörsching (Bez. Linz-Land) ist derzeit das große Gesprächsthema. Wie berichtet, verloren dabei drei Menschen ihr Leben.

Am Unfallort bot sich den Einsatzkräften ein wahres Trümmerfeld. Überall auf der Fahrbahn lagen Wrackteile. Mittendrin die beiden völlig zerstörten Autos.

Kurz vor dem Horror-Unfall hatte es zu regnen begonnen. Auf regennasser Fahrbahn war Orhan E. (54) mit seinem BMW auf die Gegenfahrbahn geraten, schleuderte mit der Beifahrerseite in den entgegenkommenden Mercedes einer fünfköpfigen Familie.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Für den Autohändler aus Gallspach (Bez. Grieskirchen) und seine Ehefrau Habibe (51) kam jede Hilfe zu spät. Sie verstarben noch an der Unfallstelle. "Im Ort hat die Familie fast jeder gekannt. Sie haben das Autohaus schon lange betrieben, waren sehr beliebt. Ihr Sohn hat uns heute Früh angerufen und uns die traurige Nachricht überbracht", heißt es auf "Heute"-Nachfrage aus dem Gemeindeamt.

Familie begleitete Ausbildungsfahrt der Schwester



Auch im anderen Auto konnten die Helfer für den erst 15-jährigen Berkan Ü. nichts mehr tun. Er war zusammen mit seiner Familie aus Traun (Bez. Linz-Land) unterwegs.

Am Steuer saß seine 18-jährige Schwester Beyza. Sie absolvierte gerade eine Übungsfahrt im Rahmen ihrer L-17-Ausbildung. Auch Bruder Ramazan (12) saß auf der Rückbank. Die beiden sowie die Eltern Sefa und Gülnur (43, 41) wurden teils schwer verletzt in die Spitäler nach Linz und Wels gebracht. Der Vater ist ebenfalls Autohändler.

Gefährlicher Streckenabschnitt



Wie "Heute"-Recherchen ergaben, war dieser Unfall nicht der erste tragische Vorfall auf dieser Strecke. Denn nur rund 100 Meter entfernt war eine Lenkerin (53) aus Melk (NÖ) am 28. Februar diesen Jahres frontal gegen einen Lastwagen gekracht und verstarb noch vor Ort (wir berichteten).

Im Juni 2011 rasten zwei Jugendliche auf der B1 in den Tod. Lenker Daniel P. (19) und sein Freund Burak A. (18) konnten nur noch tot geborgen werden.

Wie Augenzeugen damals berichteten, hatte der Fahranfänger seinen BMW auf 190 km/h beschleunigt und war beim Überholen in den Gegenverkehr geraten.

Immer wieder illegale Rennen entlang der Strecke



"Heute" wollte wissen, was es mit der "Unfall-Strecke" auf sich hat, sprach mit Günter Kobleder, dem Bezirkspolizeikommandanten vom Bezirk Linz-Land.

Auch wenn beim aktuellsten Unfall nicht bekannt ist, ob überhöhte Geschwindigkeit der Auslöser war, beklagt der Beamte: "Wir haben in den letzten fünf Jahren entlang der Strecke mit massiven Geschwindigkeitsübertretungen zu kämpfen. Viele Jugendliche liefern sich mit PS-starken Autos immer wieder illegale Rennen."

Laut Polizei werden regelmäßig Testfahrer voraus geschickt, um zu überprüfen, ob die Strecke "frei" ist. "Diese Problematik ist uns bekannt. Wir führen regelmäßig Kontrollen mit Laserpistolen durch. Allerdings fehlen mir die Ressourcen, um so viel zu kontrollieren wie eigentlich nötig wäre", so Kobleder.



(mip)

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