Wiener Trio startet legale Cannabis-Produktion

"Krautfunding" geglückt: Liebe, Licht und klassische Musik sollen in Favoriten ab Jahresende CBD-reiche Cannabispflanzen zum Blühen bringen.
Sofie, Juri und Sebastian kämpfen mit einem Problem, über das sich viele Geschäftsleute freuen würden. Ihr Produkt ist derart begehrt, dass sie die Nachfrage nicht stillen können. Was auch daran liegt, dass es kaum Alternativen gibt: Wer legales Cannabis will, der kommt um den Magu-Shop in der Wiener Stiftgasse nicht herum.

Aber das Problem mit dem Nachschub ist bald Geschichte, hofft Sofie. "Diese Woche ist unsere Glückswoche", strahlt das Magu-Gründungsmitglied im Gespräch mit "Heute". "Wir haben per Krautfunding endlich genug Geld für unsere eigene Produktion gesammelt. Und nach zwei Monaten ohne Cannabisblüten haben wir jetzt wieder die 'Sissi' im Shop."

CBD-Cannabis macht nicht high

Weiblich, mit natürlichem Charme und einer leichten Zitrusnote, so wird die Cannabis-Sorte im Magu-Shop beschrieben. Und: "Sissi" ist völlig legal, weil der Anteil des psychoaktiven Wirkstoffs THC unter 0,3 Prozent liegt und keinen Rausch erzeugt. Kunden schätzen die Blüten für die entspannende Wirkung des Cannabidiols (CBD). Der Stoff aus der Hanfpflanze wird etwa bei Depressionen, chronischen Schmerzen oder Schlafstörungen eingesetzt.

Produktion in Wien-Favoriten

Bislang haben Sofie und ihre Kollegen die Blüten von einer Partnerfirma bezogen, jetzt nimmt das Trio die Sache selbst in die Hand. Ein "Krautfunding" brachte über die letzten Monate mehr als 75.000 Euro. Genug, um in Wien-Favoriten eine Halle anzumieten und für die Produktion auszurüsten.

Der Weg zum eigenen Cannabis war aber keine gmahde Wiesn: "Die Finanzierung war zunächst unsicher, wir haben die Hoffnung aber nie aufgegeben", sagt Sofie. Kompliziert sei auch die Suche nach einer geeigneten Halle gewesen. "Der Stromverbrauch ist sehr hoch, man braucht spezielle Anschlüsse. Jetzt haben wir einen Standort gefunden, an dem wir zwei Kammern einrichten können." In den Bereichen werde abwechselnd Tag und Nacht simuliert. "Indem wir die Wärme von einer Kammer in die andere leiten, sparen wir Energie."

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Magu CBD im 7. Bezirk
Magu CBD im 7. Bezirk


(Video: "Heute")

Klassische Musik für "Sissi"

Und was braucht man neben passender Technik noch? "Viel Liebe, Licht und gute Musik. Unserer Sissi spielen wir zum Beispiel Klassik vor", lacht Sofie. "Sollten wir künftig eine Sorte mit höherem CBD-Gehalt züchten, legen wir vielleicht etwas Rockiges auf." Damit alles mit rechten Dingen zugeht, müsse streng kontrolliert werden. "Wir überprüfen täglich den THC-Gehalt der Pflanzen. So können wir sicher sein, dass der Grenzwert nicht überschritten wird."

Bis das erste Cannabis aus Eigenproduktion für den Vertrieb bereit steht, wird es noch bis Jahresende dauern. Für Juri, Sebastian, Sofie und ihre vier Mitarbeiter heißt es jetzt die Ärmel hochkrempeln. Ein bis zwei Monate soll der Umbau der Halle dauern, sechs Wochen der Zyklus der ersten Eigenproduktion und dann müssen die Blüten noch getrocknet werden.

CDB-Öle liegen im Trend

Inzwischen brummt der Laden auch so: Neben Blüten gibt es bei Magu nämlich auch CBD-Öle zu kaufen. "Und die werden immer beliebter. Zum Beispiel hat vor kurzem die Starbloggerin Daria über unsere Öle berichtet, was viele neue Gesichter in den Shop gebracht hat." (pic)

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