Wiener übersetzte als erster altirischen Zauberspruch

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"Lass es fließen wie ein Kamel": So lautete die bisher nicht entzifferte Passage eines altirischen Zauberspruches aus dem 9. Jahrhundert. Der aus Wien stammender Sprachwissenschaftler David Stifter hat den Code nun geknackt.

"Lass es fließen wie ein Kamel": So lautete die bisher nicht entzifferte Passage eines altirischen Zauberspruches aus dem 9. Jahrhundert. Der aus Wien stammender Sprachwissenschaftler David Stifter hat den Code nun geknackt.

Es handelt sich um eines der ältesten Schriftstücke in altirischer Sprache. Wie die Irish Times berichtete, geht es dabei um einen Zauberspruch gegen Blasenbeschwerden. Dieser bedeutet übersetzt in etwa "Lass es fließen wie ein Kamel".

Passage bisher "nicht ernst genommen"

Der Spruch findet sich in dem aus dem 9. Jahrhundert stammenden Messbuch "Stowe Missal", das großteils in Latein geschrieben ist, aber auch eine Seite mit Zaubersprüchen in Altirisch enthält.

Viele hätten die Passage bisher nicht ernst genommen und als "Hokus Pokus" abgetan, sagt David Stifter. Er ist Professor für Altirisch an der National University of Ireland Maynoot.

Altirisch "macht viel Spaß"

Der aus Wien stammende Sprachwissenschafter hat seit vergangenem Jahr die Stelle an Irlands größter Universität. Altirisch ist für ihn "schrecklich schwierig, macht aber viel Spaß".

Bei "Lass es fließen wie ein Kamel" handelt es sich um einen Zauberspruch gegen Blasen- und Harnwegsbeschwerden. Offensichtlich habe der Autor Kamele nur aus der Bibel gekannt und gedacht, dass diese als Wüstentiere viel trinken und daher viel urinieren müssten.

Viel Arbeit wartet noch

"Wer das geschrieben hat, wusste nicht viel über Kamele", so Stifter. Für ihn birgt die Seite aber noch Arbeit, es gebe nach wie vor einige Wörter und eine Passage, die bisher noch nicht übersetzt werden konnten.

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