Mit vollen Windeln für bessere KiGa-Arbeitsbedingungen

Rund 1.000 Kindergartenpädagogen der städtischen Kindergärten und Horte sowie Gewerkschaftsvertreter demonstrierten am Donnerstag in Wien für bessere Arbeitsbedingungen.
Rund 1.000 Kindergartenpädagogen der städtischen Kindergärten und Horte sowie Gewerkschaftsvertreter demonstrierten am Donnerstag in Wien für bessere Arbeitsbedingungen.Denise Auer
Laut wurde es jetzt vor dem Bildungsministerium. Das Personal der städtischen Kindergärten und Horte demonstrierte für bessere Arbeitsbedingungen.

"Gegen Massenkinderhaltung“, "Wir arbeiten uns krank", "Kinder brauchen Knete – wir auch": Mit Schildern wie diesen sowie Trommeln und Pfeifferln bewaffnet bevölkerten am Donnerstag ab 8 Uhr rund 1.000 Kindergartenpädagogen und Gewerkschaftsvertreter den Stephansplatz und die Gegend rund um das Bildungsministerium in der Wiener Innenstadt. Einige findige "Tanten" hatten auch mit getragenen Windeln geschmückte Schirme dabei. Der Arbeitstag im Bildungsministerium startete am Donnerstag damit also lauter als sonst: "Jetzt gibt's Wirbel. Ohren auf, Herr Minister! Das Kindergarten- und Hortpersonal wird jetzt laut! Für mehr Anerkennung, mehr Schutz und mehr Mitsprache", verkündete der Veranstalter Younion auf seinen Flugblätter.

120 Dezibel wollte man bei der Demo erreichen – dies dürfte vor allem mittels des Protest-Konzerts vor Ort gelungen sein.

Nachdem am Dienstag die Pädagoginnen und Pädagogen der Wiener Privatkindergärten Betriebsversammlungen abgehalten hatten und vor der Votivkirche in der Wiener City demonstriert hatten, ging am Donnerstag nun auch das Personal der städtischen Kindergärten und Horte auf die Straße. Forderungen: der Start einer Ausbildungsoffensive, mehr Anerkennung und Wertschätzung sowie mehr Geld (ein Prozent statt derzeit 0,64 Prozent des BIP) zur Finanzierung besserer Rahmenbedingungen. So wünschen sich die Pädagogen mehr Personal, kleineren Gruppen und einem besseren Fachkräfte-Kind-Schlüssel. Weiters auf der Liste der Forderungen: Ein einheitliches Bundesrahmengesetz anstelle von neun Länderregelungen und mehr Sicherheit für das Personal während der Pandemie.

Kindergärten und Horts blieben trotz der Demo geöffnet, wenn auch im eingeschränkten Betrieb – man wollte Familien nicht im Stich lassen. Eltern und Kinder wurden von Bundesfrauenreferentin Judith Hintermeier eingeladen, lautstark mitzudemonstrieren. Thema waren auch die jüngst aufgetauchten Chat-Nachrichten von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), in dieser er in Bezug auf Ausbaupläne bei der schulischen Nachmittagsbetreuung samt Rechtsanspruch im Umfang von 1,2 Mrd. Euro geschrieben hat: "Gar nicht gut!!! Wie kannst du das aufhalten?"

Beirat für Elementarpädagogik tagte zeitgleich

Zeitgleich lief im Ministerium eine Sitzung des Beirats für Elementarpädagogik. Nach Gewerkschaftsprotesten waren diesmal auch Vertreter von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung dabei. Gewerkscgfter seien ferngeblieben: "Im heutigen erweiterten Beirat für Elementarpädagogik waren die Sozialpartner (auch ÖGB und AK) dabei. Ein Gesprächsangebot des Ministers wurde zweimal ausgeschlagen", heißt es aus dem Büro von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

Zu den Anliegen sei von Seiten des Bildungsministeriums zu sagen:

- Von den Sozialpartnern und der IV wurde in den vergangenen Tagen und zuletzt heute im Rahmen des Beirats gefordert, die Elementarpädagogik weiter zu stärken.

- Wir unterstützen das Anliegen nach einer Stärkung dieses wichtigen Bereichs. In diesem Sinn ist natürlich auch der Beschluss des Ministerrats vergangene Woche zu verstehen, in der sich der Bund klar zu einer inhaltlichen Weiterentwicklung und einer budgetären Aufstockung bekannt hat.

- Ob diese Stärkung ausschließlich über eine 15a B-VG Vereinbarung oder über ein Rahmengesetz erfolgen soll und wie diese aussehen soll, ist mit den Ländern zu besprechen. Ich appelliere an die Länder sich auf eine einheitliche Position zu verständigen.

- Die Konferenz der Landeselementarpädagogikreferenten Ende Oktober bietet neben den Beiratssitzungen dafür jedenfalls einen Rahmen, der sicherlich genutzt werden sollte.

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