Seit 1998 ernährt sich Elmar A. völlig ohne Tierprodukte: Die industrielle Tierhaltung sei "ekelhaft und abstoßend", begründet der IT-Experte aus Wien seine Entscheidung. Auch seine kleine Tochter (2) kennt es nicht anders und bevorzuge inzwischen vegane Produkte, "obwohl wir ihr nichts verbieten". Ein Verhalten, das stolz mache, aber bei der Suche nach einem Betreuungsplatz Probleme bereite.
Denn das Essen in Wiener Kindergärten ist für A. nicht das Gelbe vom Ei. Viele bieten vegetarische Optionen an, während Veganer durch die Finger schauen. "Dabei wären rein pflanzliche Speisen perfekt für Kindergärten, da sie nicht nur umweltfreundlich, sondern bei richtiger Zubereitung auch halal und koscher sind", plädiert er.
Nach rund 15 Anfragen warf A. nun die Flinte ins Korn und entschied sich für einen Betrieb mit einer fleischlosen, aber nicht komplett veganen Küche. Frustmomente seien für Familien wie seine leider keine Seltenheit: "Veganer werden noch immer in vielen Bereichen benachteiligt – etwa mit höheren Steuern auf Hafermilch als auf Kuhmilch."
Der Magistrat plant derzeit übrigens keine rein pflanzlichen Menüs in städtischen Kindergärten. In den letzten Jahren habe es dazu nur sehr wenige Anfragen gegeben, so die Begründung. Vegetarische Speisen seien aber jederzeit verfügbar.