Sommerzeit ist Ferienzeit. Und trotz Corona zieht es viele Wiener für ihren Urlaub ins Ausland. Da heuer besonders viele Reisepässe und Personalausweise ablaufen, ist der Andrang auf die 20 Pass-Stellen der Stadt heuer besonders groß. Das bringt dementsprechend lange Wartezeiten mit sich.
Wer in Wien ein neues Reisedokument benötigt, muss sich online für einen Termin anmelden. Hier sind alle 19 Magistratischen Bezirksämter sowie das Zentrale Passervice der Stadt Wien aufgelistet. Eine Suchfunktion hilft dabei, den passenden Termin zu finden. Doch beim "Heute"-Test am Dienstagvormittag zeigt sich, dass es mit "schnell einen Pass beantragen" heuer nichts wird. Der früheste freie Termin ist laut dem Online-Kalender derzeit der 11. August.
Auf "Heute"-Rückfrage beruhigt die Stadt: in dringenden Fällen werde man eine Lösung finden. "Bei jedem Melde-, Pass- und Fund-Service gibt es eine telefonisches Kontingent", erzählt die Leiterin des Bezirksamt für den 1. und 8. Bezirk Eva Schantl-Wurz. Sie verweist auch die unterschiedliche Buchungsdichte in den Bezirken: "Die Nachfrage ist in den Flächenbezirken wegen der höheren Bevölkerungsdichte derzeit besonders hoch". Dazu seien es viele gewohnt, immer zu "ihrem" Bezirksamt zu gehen. Da man den neuen Reisepass aber unabhängig vom Wohnbezirk in ganz Wien beantragen kann, rät Schantl-Wurz dazu, zu prüfen, ob es nicht in einem anderen Bezirksamt noch freie Termine gibt.
Nur weil ein Reisedokument im Sommer ablaufe, müsse dieser nicht sofort erneuert werden, erklärt Schantl-Wurz. Nötig sei dies nur dann, wenn tatsächlich eine Reise ins Ausland geplant ist. "Wenn nicht, kann der Pass auch nach der Reisesaison im Herbst beantragt werden. Erfahrungsgemäß ist dann deutlich weniger los und die Wartezeiten sind geringer".
Die vollen Termine seien auch auf Mehrfach-Buchungen zurückzuführen, erklärt Schantl-Wurz. Sie bittet nun, diese zu unterlassen und sich nur in einem Bezirksamt anzumelden. Zudem sollten bereits ausgemachte Termine – wenn klar ist, dass sich diese doch nicht ausgehen – storniert werden. "Da freut sich dann jemand anderer", so die Bezirksamtleiterin.
Interessanterweise ist die Anzahl ausgestellter Reisepässe trotz der erhöhten Anfrage etwa so hoch wie im Vorjahr. "Im Magistratischen Bezirksamt für den 1. und 8. Bezirk haben wir im Juni 1.060 neue Pässe ausgestellt, im Juni 2019 waren es 1.130", so Schantl-Wurz.