Wien

Wiener Weihnachtsbaum als "Zeichen des Zusammenhalts"

Zwei Tage später als geplant wurde heute die Fichte am Rathausplatz aufgestellt. Stadtchef Ludwig sieht darin ein wichtiges Zeichen gegen Terror.

Louis Kraft
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Das Aufstellen des Wiener Weihnachtsbaums am Rathausplatz gehört zu den Fixterminen in der Vorweihnachtszeit. Auch im Krisenjahr 2020 hält die Stadt daran fest - wenn auch mit Verzögerung. Ursprünglich hätte die 200 Jahre alte Fichte aus Oberösterreich schon am Dienstag aufgestellt werden sollen. Doch der Termin wurde wegen des Terroranschlags in der Wiener City verschoben. Nun steht der Baum aber und soll ein Symbol für Hoffnung und Gemeinschaft sein.

"Zeichen, dass die Stadt Wien normal funktioniert"

"In dieser Zeit der Corona-Pandemie und des brutalen Terrors ist der Baum ein schönes Zeichen für das Positive und den Zusammenhalt in unserer Stadt. Ein Zeichen, mit dem wir zeigen, dass die Stadt Wien normal funktioniert und die sicherste Metropole weltweit ist", betonte Bürgermeister Michael Ludwig, der es sich nicht nehmen ließ, bei der Aufstellung dabei zu sein. Der Baum stehe aber auch als Symbol für die Solidarität zwischen den österreichischen Bundesländern, so Ludwig.

Der Weihnachtsbaum am Rathausplatz kommt dieses Jahr aus Oberösterreich, genauer gesagt aus einem Wald des Stifts Schlägl in der Gemeinde Klaffer am Hochficht. Die 33 Meter hohe und rund 200 Jahre alte Fichte wurde bereits vergangenen Freitag von Forstarbeitern des Stifts und der Gemeinde gefällt und für den Transport nach Wien bereitgemacht. Der Sattelschlepper mit dem Baum traf nach der 250 Kilometer langen Anfahrt aus dem Mühlviertel um 11.30 Uhr am Wiener Rathausplatz ein. Hier machten sich etwa 35 Mitarbeiter der Wiener Forstbetriebe sowie des Bau- und Gebäudemanagements der Stadt Wien – MA 34 an das Aufstellen der Fichte.

Über 2.000 LED-Lichter lassen Weihnachtsbaum erstrahlen

Zwei Kräne waren notwendig, um die über 30 Meter hohe Fichte aufzustellen, anschließend wurde sie im Boden verankert und mit Stahlseilen festgezurrt. In den kommenden Tagen wird der Baum von Baumpflegern der Wiener Stadtgärten verschönert und mit mehr als 2.000 energiesparenden LED-Lichtern geschmückt, damit er rechtzeitig zum Advent am Rathausplatz leuchten kann.

Die Suche nach dem richtigen Baum beschäftigte die oberösterreichische Landesforstdirektion Elfriede Moser einen längeren Zeitraum. "Das ganze Projekt hat bereits vor mehr als einem Jahr begonnen. Auf der Suche nach dem richtigen Baum sind wir dann in der Gemeinde Klaffer fündig geworden", beschreibt Moser vom Amt oberösterreichischen Landesregierung die Aufgabe. "Für mich ist diese Fichte nicht nur ein Botschafter unseres Bundeslandes, sondern auch der nachhaltigen Forstwirtschaft. An der Stelle, an der der Baum aus dem Wald entnommen wurde, wird bald ein neuer Baum stehen, und wer weiß, vielleicht ebenfalls für zwei Jahrhunderte", sagte die Landesforstdirektion.

Die Fichten aus dem Mühlviertler Hochficht werden traditionell für den Instrumentenbau verwendet. So wird auch ein Teil des Stamms der ursprünglich 40 Meter hohen Weihnachts-Fichte als Tonholz verwendet. Ein Oberösterreicher Instrumentenbauer verarbeitet das Holz zu Resonanzböden, die auch in Flügeln und Klavieren der Wiener Traditionsfirma Bösendorfer zum Einsatz kommen.

Weihnachtsbaum 2021 kommt aus dem Burgenland

Der Weihnachtsbaum für den Rathausplatz stammt jedes Jahr aus einem anderen österreichischen Bundesland sowie aus Südtirol. Begonnen wurde mit der Tradition im Jahr 1959. Den Baum für die Hauptstadt sucht das Forstamt des jeweiligen Bundeslandes aus. 2021 wird der Weihnachtsbaum für den Rathausplatz aus dem Bundesland Burgenland kommen.