Österreich

Wiener Mieterin: "Bei mir lief Wasser von der Decke"

Heute Redaktion
13.09.2021, 14:26

Die Tapete wölbt sich, Kübel fangen das Wasser auf. Während oberhalb von Elisabeth N. Dachgeschoßwohnungen errichtet werden, fürchtet sie jeden Regen.

Zuerst waren es nur kleine Risse, wenig später wölbte sich die Tapete unter der Decke. "Und dann tropfte es plötzlich auf meinen Fußboden im Wohnzimmer", ist Mieterin Elisabeth N. noch immer schockiert. Plötzlich fühlte sich die Wienerin in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher.

N. lebt in einem Gemeindebau in der Redtenbachergasse (Ottakring), der seit November 2018 generalsaniert wird. Im Zuge der Renovierung wird auch der Dachstuhl ausgebaut. "Dafür wurde das ganze Dach abgetragen und eines Tages lief das Wasser in meiner Wohnung von der Decke runter", berichtet die Wienerin.

Mieterin alarmierte Feuerwehr

Die geschockte Mieterin alarmierte sofort die Feuerwehr und Wiener Wohnen. Die Blaulicht-Truppe war sofort vor Ort und konnte schnell die Ursache für die feuchten Wände ausfindig machen. "Am Dach stand das ganze Wasser", erzählt N. Mit einer Pumpe wurde die Flüssigkeit abgetragen.

Wenig später ließ ein Polier die Wohnung mit Planen auslegen. Arbeiter drückten der verdutzten Mieterin Kübel in die Hand, um bei Bedarf das Wasser einfangen zu können. "Ich habe mich tagelang nicht aus der Wohnung getraut. Zu groß war meine Angst vor dem nächsten Regen", so Elisabeth N. Von Wiener Wohnen hat sich die Wienerin wortwörtlich im Regen stehen gelassen gefühlt.

Setzte Sturm "Petra" Wohnung unter Wasser?

Auf "Heute"-Anfrage begründet eine Sprecherin des Unternehmens die feuchte Decke als Folge der "ungewöhnlich heftigen Regenfälle während des Sturmtiefs 'Petra'". Den Vorwurf, zu lange nicht gehandelt zu haben, lässt die Sprecherin nicht gelten: "Nachdem Frau N. den Schaden an unserer Service-Nummer gemeldet hatte, wurden sofort die notwendigen Maßnahmen ergriffen: Verständigung des Notdienstes, Abpumpen des Wassers und Dichtheitsüberprüfung am Dachboden und Beauftragung des Trocknungsunternehmens zur Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung".

Nachlass bei Miete

Sieben Tage nach der ersten Meldung fand eine Nachkontrolle statt. "Mir wurde zugesagt, dass die betroffenen Deckenteile getrocknet werden und anschließend ausgemalt werden". Außerdem wurde Elisabeth N. eine Mietzinsminderung für den Zeitraum der Einschränkungen zugesichert.

Die Fertigstellung der kompletten Sanierung des Gemeindebaus ist für Mai 2021 vorgesehen. Bis dahin erhält die Wohnhausanlage neue Dachgeschoßwohnungen, eine Vollwärmeschutzfassade samt neuen Wärmeschutzfenstern und einbruchshemmenden Wohnungstüren. Außerdem wird der Gemeindebau mit Aufzügen ausgestattet.

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