Emily F. ist erst 25 Jahre alt, lebt aber bereits ihr zweites Leben. "Ohne Spenderlunge wäre ich nicht mehr hier", weiß die Orthopistin (Anm. Fachkraft in der Augenheilkunde). Seit ihrer Kindheit hatte die Studienabsolventin mit schwerstem Asthma zu kämpfen. Nach einem Infekt baute ihre Lungenfunktion rasant ab.
Schon als Schülerin bekam sie Atemnot, vor der Transplantation hatte sie einen Ruhepuls von 150. "Mein Alltag war wie ein Marathon, obwohl ich die meiste Zeit saß oder mit Sauerstoff versorgt im Spital liegen musste", so Emily.
„"Ich weiß wie es sich anfühlt, keine Luft mehr zu bekommen"“
Seit Corona lebte sie in noch größerer Gefahr, verließ das Haus nur noch mit FFP3-Maske. Ein elektiver Eingriff, der helfen sollte, musste letzten November verschoben werden. "Ich weiß wie es sich anfühlt, keine Luft mehr zu bekommen", hat sie Mitgefühl mit allen Infizierten.
Doch für Ungeimpfte bringt sie nun kein Verständnis mehr auf: "Denn bei einer Triage hätte ich aufgrund meiner Grunderkrankungen und eingeschränkten Lebenserwartung sehr schlechte Karten", weiß sie. Auch bietet der Stich nach der Transplantation keinen ausreichenden Schutz.
Durch ihre starke Immunsuppression gehört sie zur Hochrisikogruppe, es wäre unklar, ob sie eine Infektion überhaupt überleben würde. Daher fordert sie alle auf: "Impft euch auch für mich und andere ähnlich Betroffene" und sehnt eine wirklich hohe Durchimpfungsrate herbei. Neue Hoffnung gibt ihr dabei der Entschluss einer Impfpflicht.