Wienerin: "Am Polizeinotruf meldeten sich Betrüger"

Falsche Polizisten betrogen Wienerin (85)
Falsche Polizisten betrogen Wienerin (85)privat, iStock (Symbol)
Eine Wiener Autorin wurde am Montag von falschen Polizisten mit einem miesen Trick ausgenommen.  In "Heute" erklärt sie,  wie es dazu kommen konnte.

"Es kann wirklich jeden treffen" – das erfuhr Christa Chorherr, Witwe von Journalist Thomas Chorherr und Mutter des Grünen Ex-Politikers Christoph Chorherr am eigenen Leib. "Falsche Polizisten riefen mich am Montagnachmittag an und sagten mir in meiner Gegend liefen drei gefährliche Einbrecher frei herum. Bei Komplizen wurde ein Zettel mit meinem Namen gefunden. Weil ich Schmuck, Geld und Gold in der Wohnung hätte, müssten meine Schätze nun von ihnen 'erfasst' werden", so die 85-Jährige Akademikerin zur "Heute".

"Ich hatte große Angst"

Chorherr reagierte misstrauisch. Aber darauf waren die Betrüger vorbereitet: "Mir sagte der Anrufer, ich solle doch den Polizeinotruf 133 wählen und mich zu ihm verbinden lassen. Tatsächlich wurde ich beim Notruf wieder zum selben Anrufer weitergeleitet", schilderte sie erstaunt. "Die Anrufer übten enormen Druck auf mich aus, argumentierten sehr wortgewandt und schlüssig. Ich hatte große Angst, auch weil sie mich bedrohten und beschimpften, sollte ich das Gespräch beenden. All das ließ mich dann irrationale Dinge tun."

Von Tätern fehlt jede Spur

Schlussendlich trug die Autorin ihre Tasche zu ihren "Beschützern". Ein etwa 25-Jähriger entriss sie ihr und verschwand – mit wertvollen Erinnerungsstücken und Wertgegenständen. Wie hoch der Schaden ist, will Chorherr verständlicherweise nicht sagen. "Ich bin erschöpft und traurig, dass ich so betrogen wurde. Ich hoffe, dass niemand Ähnliches erleben muss" – von den Tätern fehlte vorerst jede Spur. "Die Polizei erklärte mir später, dass auf meinem Handy offenbar eine Fangschaltung installiert worden war, die mich statt zur Polizei zu den Betrügern umleitete.

133-Notruf wurde umgeleitet

So eine Manipulation sei technisch möglich, "das Landeskriminalamt Wien ermittelt in diesem Fall", bestätigte Pressesprecher Daniel Fürst. "Die Polizei fordert am Telefon niemals Geld oder Wertgegenstände und würde auch keine entgegennehmen oder verwahren", warnt er vor der gemeinen Masche. Sein Tipp: "Legen Sie am besten gleich auf!" – "Hinterher ist man immer g’scheiter", bedauert die Betroffene.

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