Österreich

Wienerin bekommt für Sohn nur 30 Euro Alimente im Monat

Claudia S. (51) ist finanziell am Limit. Weil der Vater ihrer beiden Söhne nach Nigeria abgeschoben wurde, erhält sie pro Kind nur 30 Euro Alimente.

Christine Ziechert
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Claudia S. kritisiert die fehlende Kindergrundsicherung in Österreich.
Claudia S. kritisiert die fehlende Kindergrundsicherung in Österreich.
Getty Images/iStock (Symbolbild)

Claudia S. (Name geändert) leidet nach jahrelangen Gewalt-Ausbrüchen durch den Vater ihrer beiden Söhne (13 und 15 Jahre) unter Panikattacken und einer chronischen Angststörung. Die Wienerin erhält eine Berufsunfähigkeitspension und muss monatlich mit 1.026 Euro (plus Familienbeihilfe) auskommen.

"Ich beziehe jetzt auch eine Mindestsicherung, die geht aber nur maximal ein Jahr, muss dann wieder verlängert werden. Wir können uns derzeit nicht einmal einen Kinobesuch leisten. In der Schule haben meine Söhne keine Laptops bekommen, jetzt musste ich über einen Verein welche organisieren. Ich stehe finanziell völlig in der Ecke", erklärt die 51-Jährige gegenüber "Heute".

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    Raphael Fasching
    "Ich erhalte pro Monat 30 Euro Alimente pro Kind. Damit kann ich jeden Tag ein trockenes Toastbrot mit Butter schmieren" - Claudia S. (51)

    Auf die Unterstützung des Kindesvaters kann Claudia S. auf jeden Fall nicht hoffen: "Er ist aus Nigeria und wurde im Mai 2019 dorthin abgeschoben. Danach begann das Desaster. Ich habe beim Jugendamt eine Vorauszahlung der Alimente beantragt. Das Bezirksgericht Favoriten hat den Antrag aber abgewiesen. Weil der Vater meiner Kinder in Nigeria lebt, werden die Alimente nach nigerianischem Standard berechnet. Somit erhalte ich 30 Euro pro Monat für jedes Kind. Damit kann ich ihnen jeden Tag ein trockenes Toastbrot mit Butter schmieren", ist die Wienerin verzweifelt. 

    Neben der finanziellen Belastung muss Claudia S. auch mit psychischen Problemen fertig werden. Ihr Mann, ein Österreicher, mit dem sie einen bereits erwachsenen Sohn hat, verstarb an Leukämie. Davor hatte die Wienerin jahrelang versucht, schwanger zu werden, erlitt insgesamt acht Fehlgeburten.

    Vater des Adoptivkindes nistete sich bei Wienerin ein

    Weil sie nach dem Tod ihres Mannes den Kinderwunsch nicht aufgeben konnte, wollte Claudia S. ein Kind adoptieren. Da dies in Österreich ein langwieriger und oft schwieriger Prozess ist, wich sie in die Slowakei aus: "Es klappte, und ich wollte unbedingt die Eltern des Kindes kennen lernen. Die Mutter war eine ungarische Roma, die in Österreich als Prostituierte gearbeitet hat. Der Vater ein nigerianischer Drogendealer."

    Mit der Hilfe eines Anwalts holte sie den Buben nach Wien, erhielt auch das Sorgerecht: "Von da an hatte ich seinen Vater an der Backe. Er meldete sich bei mir und nistete sich schließlich auch bei mir zu Hause ein. Er war damals ja jung und charmant und eben auch der leibliche Vater meines Adoptiv-Sohnes, also habe ich es zugelassen."

    "Er hat mich und die Kinder bedroht. Er meinte, er würde mich mit einem Küchenmesser töten und die Kinder entführen." - Claudia S. 

    Doch der Nigerianer, der auch der Vater ihres zweiten Sohnes ist, wurde zur tickenden Zeitbombe: "Er hat mich und die Kinder bedroht, meinte, er würde mich mit einem Küchenmesser töten und die Kinder entführen. Es war ein richtiger Gewalt-Exzess. Ich habe ihn immer wieder wegweisen lassen, es gab sogar fünf einstweilige Verfügungen", erinnert sich Claudia S.

    Als der Mann nach jahrelangem Terror endlich abgeschoben wurde, war die Erleichterung bei Claudia S. groß. Doch die finanzielle Belastung bleibt: "Ich muss jetzt mit 1.026 Euro und den insgesamt 60 Euro Alimenten auskommen, denn leider gibt es ja in Österreich keine Kindergrundsicherung. Aber ich versuche alles, um den beiden ein halbwegs normales Leben zu bieten."