Wienerin bestellt Fremdem Pizza – und kommt vor Gericht

Die Witwe (l.) und ihr Anwalt Nikolaus Rast
Die Witwe (l.) und ihr Anwalt Nikolaus RastDenise Auer
Eine Witwe aus Wien muss wegen beharrlicher Verfolgung vor Gericht. Sie bestellte ihrem Opfer zwei Mal die Rettung und gleich sieben Pizzen ins Haus.

Liebe geht bekanntlich durch den Magen, aber das schmeckte dem Betroffenen sicherlich nicht: Mehr als ein halbes Jahr soll eine 55-Jährige den Kellner ihres Stammcafés verfolgt haben. Die Pensionistin heftete sich an seine Fersen und über 100 Briefe an seine Türe. Laut Anklage "besetzte" sie eine Parkbank vor dem Wohnhaus des Betroffenen, lauerte ihm immer wieder auf.

Pizza-Bestellungen schlugen Opfer auf den Magen

Als das alles nicht fruchtete, soll die Witwe versucht haben, ihr Opfer mit Abendessen einzukochen. Dazu bestellte sie ihm Ende März ungefragt vier große Pizzen ins Haus, kurz darauf an vier weiteren Tagen je eine Pizza. Doch auch die Bestellungen brachten sie dem Opfer nicht näher – da griff die Frau erneut zum Hörer

Rettung kam zwei Mal umsonst

Doch diesmal bestellte die mutmaßliche Stalkerin keine Pizza, sondern die Rettung. Wahrheitswidrig soll sie angegeben haben, dass sich in der Wohnung des von ihr Verfolgten ein Unfall ereignet hätte. Als die Einsatzkräfte Nachschau hielten, empfing sie der angeblich Verunfallte kerngesund und wohl ziemlich verwundert. Da mehrere Wegweisungen gegen die Witwe wirkungslos waren, wurde die Frau in weiterer Folge inhaftiert.

Bei der Polizei zeigte sich die Pensionistin zum Teil geständig, vor Gericht zum Teil auch nicht. Top-Anwalt Nikolaus Rast übernahm die Verteidigung. Ein Psychiater soll nun die Zurechnungsfähigkeit der Frau überprüfen. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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