"Ich bin fix und fertig", klagt Patricia P. Die 31-jährige versteht die Welt nicht mehr. Im Juni erfüllte sie sich einen Wunsch und kaufte sich einen BMW. Doch die Freude darüber sollte nicht lange währen. Am 22. Juli überraschte ein Bekannter die Einzelhandelskauffrau in ihrer Mittagspause vor einem Liesinger Einkaufszentrum: "Er stand plötzlich da und bat mich, ihm kurz den Wagen zu leihen. Er müsste seine Schwiegermutter abholen", erinnert sie sich.
Patricia P. zögerte keine Sekunde: "Wir kennen uns seit zehn Jahren, ich habe mir gar nichts dabei gedacht." Der Mann soll mit dem Fahrzeug weggefahren sein – seitdem fehlt von ihm jede Spur. "Ich habe ihm vorher noch gesagt, er muss rechtzeitig wieder da sein, weil ich nach Hause fahren muss. Er hat es mir versprochen, kam aber nicht wieder und ist auch telefonisch nicht mehr erreichbar", so die verzweifelte Wienerin, die sich hilfesuchend an die Polizei wandte.
Zwei Wochen später folgte die Überraschung: Patricias Bekannte soll das Auto am 26. Juli verkauft haben. Das soll ihr gegenüber die Polizei behauptet haben. "Ich weiß auch, wer es gekauft hat, bekam aber aus Datenschutzgründen keine Nummer. Meine Nummer hat man weitergegeben, aber natürlich ruft der mich nicht an", ärgert sie sich. "Ich verstehe einfach nicht, warum das Auto nicht sichergestellt wird. Man hat mir gesagt, ich kann lediglich zivilrechtlich klagen – auf meine Kosten. Aber das sehe ich nicht ein. Das ist eine Frechheit!"
Bis eine Lösung gefunden wird, muss Patricia P. nun ohne ihr Gefährt auskommen. "Ich bin zu Fuß oder öffentlich unterwegs. Zur Arbeit geht es noch, aber bei Großeinkäufen wird es schwer. Außerdem ist es jetzt komplizierter meine Eltern in Schwechat und Klosterneuburg zu besuchen. Ich habe Tiere, wenn sie zum Tierarzt müssen wird es auch schwierig", sagt sie. Zudem sei das Auto noch nicht abbezahlt: "Ich muss bis Ende August noch 2.000 Euro bezahlen. Es ist eine Katastrophe!"
Von der Polizei heißt es auf "Heute"-Anfrage, man könne diesen Einzelfall aus Datenschutzgründen nicht kommentieren. Man empfehle Patricia P. jedoch, sich direkt an die Bürgerinformation zu wenden.