Österreich

Wienerin neu eingezogen, soll 900 (!) Euro Strom zahlen

Die erste Stromrechnung war für eine neu eingezogene Wienerin ein echter Schock. 900 Euro wollte der Stromanbieter für das erste Quartal einstreichen.
Christian Tomsits
22.03.2022, 13:43

Als ob wochenlanges Kistenpacken, Möbel zerlegen und schlussendlich das Siedeln alleine nicht schon anstrengend genug sind: Der größte Aufreger erwartete die Wienerin (wie übrigens für viele Verbraucher) erst kurz nach dem erfolgreichen Einzug: Ein unscheinbarer Brief vom Stromanbieter mit der ersten Quartalsrechnung, quasi als Willkommensgeschenk: "Ich konnte es erst nicht glauben und dachte an eine verirrte Nachzahlung. Mein Anbieter verlangte 900 Euro für Strom und Gas", so die Wienerin zu "Heute".

"Ich wurde viel zu hoch eingestuft"

"Ich war viel zu hoch eingestuft, lebe zu zweit in einer mittelgroßen Wohnung und sollte auf einmal soviel bezahlen wie eine riesige Familie", wunderte sie sich. Sofort rief die Frau die Hotline an, hing dort erstmal in der Warteschlange und bekam schlussendlich folgende Info: "Die Einstufung richtet sich nach dem Durchschnitt der Wohngegend."  – "Was aber für meine Wohnsituation realistisch sei, konnte man mir nicht erklären", so die junge Frau.

Halb so hoher Verbrauch

"Es steht Ihnen aber frei sich einen anderen Teilbetrag auszusuchen", hieß es. Gesagt getan: Ein Check beim Tarifrechner der E-Controlerrechnete für sie einen halb so hohen Verbrauch. "Schlussendlich konnte ich die Rückstufung auf den halben Preis telefonisch erreichen – nur dank meiner schnellen Reaktion" so die Betroffene. Denn dafür müsse man vor einer Abbuchung tätig werden.

Gerade wenn man als Verbraucher den Anbieter per Einzug abrechnen lässt, kann es durch einseitige Umstufung vom Energieanbieter oft zu bösen Überraschungen kommen. Gerade in Zeiten hoher und wohl noch weiter steigender Energiepreise lohnt es sich laut Experten besonders, einen genaueren Blick auf jede Rechnung und alle geplanten Teilzahlungen zu werfen.

Hintergrund dürfte laut Kritikern die bei Anbietern gängige Praxis sein, Neukunden zu Beginn zu hoch einzustufen. Da erst nach einem Jahr abgerechnet wird, erfreut sich der Anbieter bis dahin über ein Gratis-Darlehen der Abnehmer. Mit diesem Geld kann über das gesamte Jahr gewirtschaftet werden. Kenner der Energiebranche kritisieren das scharf.

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