Wien

Wienerin strickt Pullover für Sohn (2) von Mama in Not

Eine Wienerin zeigt Herz und strickte in mühevoller Handarbeit süße Pullover für einen armen Buben. Dieser wohnt mit seiner Mama im Frauenhaus. 
Heute Redaktion
01.02.2022, 17:30

"Ich habe einige Kinderpullover gestrickt und würde der Mutter gerne welche für ihren kleinen Schatz zukommen lassen", so Leserin Ingrid in einem Mail an "Heute". Ein paar Modelle schickte sie gleich zur Auswahl mit. "Der Bericht hat mich sehr traurig gemacht." Ingrid wollte Renata sofort helfen. 

Situation zuhause eskalierte

Wie berichtet, kann sich Renata M. (33, Name geändert) nach der Trennung von dem Kindesvater nicht einmal mehr Gewand für ihren Sohn leisten. Sie wohnt in einem Frauenhaus. Die 33-jährige Lehrerin, die in Russland geboren wurde, findet seit der Geburt ihres Sohnes keine Arbeit mehr. "Davor habe ich immer einen Job gehabt", bedauert sie. Mit dem Vater ihres zweijährigen Kindes ist sie nicht mehr zusammen, sie musste aus finanziellen Gründen vorübergehend zu ihrer Mutter ziehen. Doch dort eskalierte die Situation vergangenen Herbst: "Mein Stiefvater ist unter Alkoholeinfluss auf mich und meinen Sohn losgegangen. Er wollte uns schlagen", erzählt sie im "Heute"-Gespräch. 

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"Sie ist total mittellos"

Ein Zusammenleben war nicht mehr möglich, Renata M. wollte ihr Kind schützen. Die verzweifelte Mama nahm Kontakt zu einer Sozialarbeiterin auf und zog von ihren Eltern in ein Mutter-Kind-Haus der Caritas in Wien. Ohne Job, ohne Geld und nur mit einem Aufenthaltstitel für Studierende ausgestattet, schlägt sie sich durch. "Ich kann meinem Sohn nicht einmal etwas zum Anziehen kaufen", sagt sie traurig. Im Caritas-Haus wird sie nun zum Glück gut betreut. "Hier habe ich alles." Doch der Aufenthalt ist nur begrenzt. "Sie wohnt aufgrund der Ausnahmesituation auf einem Akut-Platz", erklärt Leiterin Nertila Furriku gegenüber "Heute". Ihr Schützling Renata M. "ist eine total mittellose Mutter. Sie hat keinen Zugang zur Mindestsicherung oder zu einer Gemeindewohnung. Weder sie, noch ihr Sohn sind versichert", schildert die Caritas-Mitarbeiterin den Ernst der Lage. Geld bekommt sie nur aus der Familienbeihilfe. 

Renata hofft auf Job

"Ich suche dringend einen 20-Stunden-Job", hofft Renata M. nun auf ein Wunder. Mehr Stunden darf sie wegen ihres Aufenthaltstitels nicht arbeiten. Renata M. spricht nicht nur fließend Deutsch, sondern auch Russisch. "Ich habe auch Erfahrung als Büro-Angestellte", sagt sie. Homeoffice wäre derzeit am einfachsten zu organisieren, bis ihr Sohn einen Kindergartenplatz bekommt.

Wer Renata M. und andere armutsbedrohte Mütter und Kinder bei der Caritas unterstützen will, kann das hier tun. Die Caritas Sozialberatung freut sich immer über Windeln für Armutsbetroffene: https://wirhelfen.shop/windeln/. Auch Lebensmittelgutscheine sind in den Mutter-Kind-Häusern immer gefragt, damit die Bewohnerinnen für sich und ihre Kinder frische Lebensmittel einkaufen können. Gerne per Post ans Haus Immanuel (Vorgartenstraße 90, 1200 Wien), Haus Frida (Axel Corti Gasse 12, Stiege 2/Erdgeschoss 1A, 1210 Wien) oder Haus Luise (Schanzstraße 34, 1150 Wien).

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