Wienerin tritt Schülerin mit Kopftuch in U1 ins Gesicht

Eine junge Wienerin wurde vergangenen Mittwoch von einer 49-Jährigen attackiert. Völlig ohne Vorwarnung und wohl nur, weil sie ein Kopftuch anhatte. 

Dinah R. (Name geändert) lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Österreich. Doch was am Mittwoch um 15.20 Uhr geschah, hat die 19-jährige Tschetschenin schwer erschüttert. "Völlig ohne ersichtlichen Grund trat mich eine unbekannte Frau beim Einsteigen in die U1 mit ihrem Stiefel. Als sie saß, wollte ich ein Foto von ihr machen, da trat sie mich mitten ins Gesicht", so die Schülerin, die heuer zur Matura antritt.

Gesichtsverletzung nach Angriff

"Ich war auf dem Heimweg von einer Freundin, hatte ihr geholfen, Bücher zu transportieren. Wenig später musste sie mir helfen, einen schwarzen Stiefelabdruck von meinem Gesicht abzuwaschen", so die junge Muslima, die an der Nase verletzt wurde. Den dramatischen Angriff in der U-Bahn schildert sie im "Heute" - Interview.

"Die Fremde trat mehrmals mit dem Fuß zu"

Mit Wasser und RedBull beschüttet

Auch ihre Freundin trägt Kopftuch. Offenbar war die religiöse Kleidung für die unbekannte Angreiferin der Grund, um am helllichten Tag brutal zuzutreten. "Ich bin die einzige in meiner Familie, die sich traditionell islamisch kleidet. Aber ich möchte mir das nicht nehmen lassen. Es ist meine Entscheidung", so die selbstbewusste junge Frau, die immer wieder Opfer von Angriffen geworden war.

"Einmal schlug mir ein Mann im Gedränge absichtlich den Ellbogen in die Magengrube, einmal wurde ich mit Wasser und einmal mit RedBull angeschüttet."

Anzeige erstattete sie jedoch nie nach diesen vergangenen Attacken.

Doch nach dem Tritt am Mittwoch, reagierte sie geistesgegenwärtig und rief sofort die Polizei. Die kam schnell, nahm eine Anzeige auf und konnte eine 49-jährige Österreicherin als Angreiferin identifizieren. Die Sequenzen der Video-Überwachung in der Station Leopoldau wurden von Anwalt Florian Kreiner bereits beantragt – er steht Dinah R. nun rechtlich zur Seite.

"Es kann nicht sein, dass so ein rassistischer Angriff ungestraft bleibt", so Florian Kreiner.

Er findet: "Es kann nicht sein, dass so ein rassistischer Angriff ungestraft bleibt. Man stelle sich nur vor, ein junger Tschetschene würde einer Österreicherin ins Gesicht treten – das landete schnell vor Gericht." Gemeinsam mit seiner Mandantin möchte er nun für Gerechtigkeit kämpfen. Dinah R. will übrigens später einmal Jus studieren. "Österreich ist meine Heimat", sagt sie.

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