Wien

Wienerin: "Trump lässt mich nicht zu todkranker Mama"

Rose A.s Mama erlitt in den USA einen Herzinfarkt und liegt im Wachkoma. Ihre Tochter schaffte die Reise zu ihr, steht aber vor verschlossenen Türen.
Sandra Kartik
19.07.2020, 22:29

Die verzweifelte Wienerin Rose A. will endlich ihre schwerkranke Mutter in die Arme schließen: Ruth (65) erlitt in ihrer neuen Heimat Amerika einen Herzinfarkt und liegt seither im Wachkoma. Trotz rigider Einreisebestimmungen schaffte es ihre besorgte Tochter von Wien nach San Francisco. "Ich habe das Konsulat bekniet, die waren großartig".

Seit drei Wochen ist Rose A. nun in den USA und durfte ihre Mutter noch immer nicht besuchen. "Ich stehe im wahrsten Sinne des Wortes vor verschlossenen Türen", klagt die 41-Jährige im "Heute"-Gespräch. Dass es in Amerika derzeit die meisten Coronafälle weltweit gibt, macht die ganze Situation ungleich schwieriger. Rose A. darf wegen der Covid-Maßnahmen nicht ins Krankenhaus. "Ich kann meine Mama nur über Facetime sehen. Sie atmet selbstständig, kann ihre Augen öffnen, aber sie nimmt niemanden mehr wahr".

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"Ich will meine Mama nach Hause holen"

Die 41-Jährige muss bald zurück nach Wien, wo ihre drei Kinder und ihr Mann auf sie warten. Bis dahin setzt die Wienerin alle Hebel in Bewegung, um das Leben ihrer Mutter zu erleichtern. "Ich kämpfe in einem mir fremden Land mit einem mir fremden System um adäquate Behandlung und Betreuung. Ich bin derzeit rechtlich nicht befugt, mich um ihre Angelegenheiten zu kümmern", ärgert sich Rose. "Ich darf für meine Mutter keine Sozialversicherung in den USA beantragen. Ich brauche einen Anwalt, der mir hilft, eine Vormundschaft einzureichen." Das ist auch deshalb wichtig, weil man in Amerika für sämtliche Behandlungen zahlen muss, wenn man nicht entsprechend versichert ist. "Alleine die Fahrt mit der Ambulanz ins Spital hat 800 Dollar kostet, die Rechnungen stapeln sich", ächzt sie unter der Last.

Rose A.s größter Wunsch ist, ihre Mama nach Hause nach Wien zu holen. "Ich suche jemanden, der auf einer fliegenden Intensiv-Station arbeitet und mir preislich entgegenkommen könnte. Der Intensiv-Flug kostet 107.000 Dollar." Rose A. kann sich das nicht leisten und hofft nun auf ein Wunder. Freunde haben für sie auch eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um Geld für ihre kranke Mama Ruth zu sammeln. "Ich bin so dankbar über die Anteilnahme und Hilfe der Menschen, die meine Mutter unterstützen".