"Hose fiel ihr runter"

Wienerin vergewaltigt – Angeklagte verhöhnen Opfer (58)

Wegen einer Vergewaltigung auf offener Straße in Wien-Floridsdorf musste ein Duo (22) vor Gericht. Dort leugneten die Männer und verhöhnten das Opfer.

Christian Tomsits
Wienerin vergewaltigt – Angeklagte verhöhnen Opfer (58)
Die beiden Angeklagten (je 22) wurden in Handschellen in den Gerichtsaal am Wiener Landl vorgeführt.
Sabine Hertel

Unfassbare Tat an einer Wildfremden am Heiligen Abend: Eine 58 Jahre alte Frau war in der Nähe des Floridsdorfer Bahnhofs gerade zu Fuß auf dem Heimweg, als sie gegen 3 Uhr von zwei Männern (beide 22 Jahre) aus dem Nichts attackiert wurde.

Der 22-jährige Italiener schlug in der Nähe des Wasserparks laut Anklage mit Fäusten die Wienerin ein, der 22-jährige Rumäne soll die Frau auf einem Grünstreifen vergewaltigt haben. "Ich weiß nur mehr, dass der eine rechts von mir auf der Wiese gekniet ist und auf mein Gesicht eingeschlagen hat. Ich wollte schreien, doch mein Mund wurde zugehalten", sagte das aufgelöste Opfer in seiner kontradiktorischen Einvernahme.

Bist du Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe!
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
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Die 58-Jährige erlitt in der Tatnacht schwere Verletzungen – ein verschobener Nasenbruch, ein gebrochener Knöchel und diverse Prellungen. Außerdem fand man DNA-Spuren der beiden Angeklagten an ihrem Körper. "Sie hat uns auf der Straße angepöbelt. Da haben wir gesagt, lassen sie uns in Ruhe", behauptete der Erstangeklagte, der einen Stoß und den Raub zugab. Die Verletzungen wären durch den Sturz nach dem Stoß entsanden, vergewaltigt hätten die beiden Schwager die Frau sicherlich nicht.

Ihr ist die Hose heruntergefallen
Angeklagter (22)
leugnete Vergewaltigung an Wienerin

"Die Hose ist ihr heruntergefallen, als sie ins Gebüsch geflüchtet ist", behauptete der Zweitangeklagte. Die eindeutigen Spuren erklärten sich die Verdächtigen durch eine angebliche Berührung mit der Hand – "aus einer Mutprobe heraus."

Immerhin: Das Entwenden der Handtasche und des Handys des Opfers, über das die Polizei die Verdächtigen am Stefanitag in Wien-Brigittenau ausforschen und festnehmen konnte, gab das Duo zu. Mit der Bankomatkarte kauften die beiden Männer vier Zigarettenpackungen, Lebensmittel und Handyzubehör an einem Automaten, die Verletzte wurde am Tatort zurückgelassen.

"So etwas ist unmenschlich. So etwas darf nicht passieren", sagte Verteidiger Marius Hortolomei. Kurz nach Mittag fiel dann das Urteil: Beide Angeklagten fassten jeweils zwölf Jahre Haft aus. Das Opfer bekam 14.620 Euro zugesprochen. Einer nahm es an, der andere erbat sich Bedenkzeit.

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    Pressefoto Scharinger / Andreas ZEECK

    Auf den Punkt gebracht

    • Zwei Männer werden in Wien vor Gericht gestellt, weil sie eine 58-jährige Frau nahe des Floridsdorfer Bahnhofs angegriffen und vergewaltigt haben sollen
    • Die Angeklagten leugneten die Tat und behaupteten, dass die Hose der Frau nur heruntergefallen sei, als sie versuchte zu fliehen
    • Trotz des leugnenden Verhaltens der Angeklagten wurden sie aufgrund von DNA-Spuren am Tatort festgenommen und drohen nun Haftstrafen
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