Designerin bekommt kein Geld für verlorenes Post-Paket

Die Silberschmiedin Sophie Salm ärgert sich über die Österreichische Post
Die Silberschmiedin Sophie Salm ärgert sich über die Österreichische PostSophieSalm.com/privat
Während des Lockdowns verschickte eine Kleinunternehmerin ihren Silberschmuck mit der Post. Das Paket ging verloren, jetzt soll die Wienerin zahlen.

Unter ihrem Mädchennamen "Sophie Salm" stellt Sophie Ledochowski schon seit Jahren kostbare Einzelstücke aus Silber her. Besonders haben es ihr maßgeschneiderte Jagdabzeichen angetan. Fünf solcher im Wert von 425 Euro hat die Wienerin Ende April an einen Kunden verschickt. Doch als das Paket auch nach zwei Wochen immer noch nicht beim diesem angekommen war, fragte sie bei der Österreichischen Post nach - und staunte nicht schlecht.

Auch Verlustanzeige ging verloren

Normalerweise überrreicht die Designerin nach Fertigstellung ihre Schmuckstücke dem Auftraggebern persönlich, doch aufgrund des Corona-Lockdowns musste sie - gezwungenermaßen - auf den Postversand ausweichen. "Dort hat man mir versichert, dass Pakete automatisch im Inland ohne Wertangabe bis zu Euro 510 versichert seien", erzählt Ledochowski  (siehe auch Faksimilie).

Nachdem die wertvollen Jagdabzeichen auch zwei Wochen nach Versand immer noch nicht beim Kunden abgekommen war, fragte die Wienerin bei offizieller Stelle nach und füllte ein Schadensprotokoll aus. Doch auch dieses ging am Postweg verloren.

Post verweigert Schadenersatz

"Ich fühlte mich wie in einem schlechten Film. Die Post verliert anscheinend nicht nur Pakete von Dritten, sondern auch jene, die an die Post selbst gerichtet sind", kann sich Ledochowski im Gespräch mit "Heute" ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. Auch wenn der Mutter von drei schulpflichtigen Kinder so gar nicht zum Lachen ist.

Schließlich erreichte das Schreiben dann doch die zuständige Poststelle, doch über deren Antwort staunte Ledochowski nicht schlecht: "Wir haben ihre Forderung sorgfältig geprüft. In diesem Fall leisten wir keinen Schadenersatz. [...] Die Sendung wurde nicht mit Wertangabe aufgegeben."

Unternehmer muss selbst zahlen

Die Wiener Silberschmiedin versteht die Welt nicht mehr: "Ich habe mittlerweile bei unterschiedlichen Postfilialen explizit nach dem Versicherungsstatus meiner Pakete gefragt. Mir wurde mehrmals versichert, dass Pakete automatisch im Inland ohne Wertangabe bis zu Euro 510 versichert seien". Doch die Post bleibt weiter unnachgiebig, die Unternehmerin muss die den Kosten für das auf dem Postweg verlorene Jagdabzeichen selbst tragen.

Die Kleinunternehmerin kämpft um ihren Schadensersatz
Die Kleinunternehmerin kämpft um ihren SchadensersatzSophiesalm.com

"Gerade während des Lockdowns hatte ich beruflich und privat vieles zu jonglieren", ärgert sich Ledochowski. Als Kleinunternehmerin lebt sie vor allem durch handwerkliches Geschick und Mundpropaganda - "und jetzt darf ich auch noch für die Unzulänglichkeiten der Post bezahlen!"

"Heute" hat die Österreichische Post um eine Stellungnahme gebeten und wird darüber berichten.

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