Beim Urlaub in Paris hatte Silvia L. im Vorjahr eine schicksalshafte Begegnung: Ein charmanter Tunesier, vermeintlicher Geschäftsmann, eroberte ihr Herz im Sturm. Immer öfter kam er zur 26-jährigen Mode-Expertin nach Wien. Nach wenigen Wochen Romanze bat er sie, ihn beruflich zu unterstützen. "Am Anfang war er der perfekte Gentleman, dann ging es schnell bergab“, schildert ihr Verteidiger Andreas Brenn in "Heute". Silvia L. musste bald erkennen, dass ihr Freund Teil eines Schlepper-Netzwerks war – jedoch zu spät.
Im Februar wurde die zuvor unbescholtene Wienerin verhaftet, am Mittwoch wurde sie in Eisenstadt rechtskräftig zu zwei Jahren Haft wegen Schlepperei verurteilt. "Sie ist nie selbst gefahren, sie hat Infos und Standorte an die Fahrer weitergegeben, die mit ihren privaten PKWs Flüchtlinge geschmuggelt haben", so Jurist Brenn weiter.
Als ein Schlepper-Fahrzeug mit vier tunesischen Flüchtlingen im Oktober 2022 an der ungarischen Grenze gestoppt wurde, kam der Stein ins Rollen. "Aufgrund von Chat-Verläufen wurde weiter ermittelt und so auch meine Mandantin ins Visier genommen." Nun sitzt Silvia L. hinter Gittern, der Tunesier ist jedoch nicht auffindbar.